Berlin - In seinem umstrittenen Verlag Antaios, der sich der sogenannten konservativen Revolution verschrieben hat, veröffentlichte der Verleger Götz Kubitschek in der Reihe Kaplaken unlängst eine kurze Schrift unter dem Titel „Nassehi, ich und Leggewie“. Sie handelt vom teilweise wohl gescheiterten Gedankenaustausch mit dem Soziologen Armin Nassehi sowie dem Politikwissenschaftler Claus Leggewie. In einer Verlagsankündigung wird der Verlauf der Kommunikation unterschiedlich bewertet. „Mit Nassehi würde Kubitschek den Austausch gerne fortsetzen“, heißt es auf Antaios.de, „der mit Leggewie scheiterte schon im ersten Anlauf.“ Herausgekommen sei aber ein schönes Dokument von Arroganz und wachsendem Unwillen. „Ein bisschen Geistesgeschichte der späten BRD, ein bisschen Parademarsch, jedenfalls zwei Briefwechsel aus der Steinzeit.“

Aus dem Hier und Jetzt indes stammen die Urheberrechtsverletzungen, die Claus Leggewie nun in einer kurzen Pressemitteilung moniert. Das im Buchtitel genannte „Ich“ habe weder bei Armin Nassehi noch bei ihm das Plazet zur Veröffentlichung der abgedruckten Briefwechsel eingeholt.

Eine alte Seemannssitte

Leggewie versucht es mit Sarkasmus. „Die Publikation von Texten ohne Zustimmung der Autoren ist bekanntlich justiziabel“, schreibt er, „den Weg zu Gericht erspart Kubitschek eine alte Seemannssitte: Kaplaken (niederländisch) heißen die rund fünf Prozent, die Kapitäne bei erfolgreicher Ablieferung der Fracht vom Empfänger der Ladung zusätzlich einstreichen darf.“

Claus Leggewie besteht nun auf jenen fünf Prozent vom Raubdrucker aus dem Rittergut Schnellroda. „Das wäre wohl das Mindeste und zu überweisen auf das Konto eines Vereins, der Opfer rechtsradikaler Hetze und Gewalt beschützt.“

In einer künftigen Geistesgeschichte der konservativen Revolution sind derlei Abgaben aber wohl eher unwahrscheinlich.