„Niemand schwatze mir vom Lieben und von Hochzeitmachen“, schreibt Sidonie Hedwig Zäunemann selbstbewusst in einem Gedicht. Sie kennen die Autorin des 18. Jahrhunderts nicht, die fast 200 Jahre vor dem eigentlichen Feminismus Autonomie für das weibliche Geschlecht einfordert? Verwunderlich wäre das keineswegs, denn der Kanon der Literatur und allen voran der Lyrik mit Poetae Laureati von Friedrich Klopstock über Stefan George bis zu Paul Celan gleicht einem reinen Männerverein.

Während die Großmeister und Dichterpriester der Gattung seit jeher die Schönheit und Unschuld der Damen feiern und sie dadurch – by the way – zu Objekten ihres ästhetischen Zugriffs degradieren, haben Poetinnen immer auch dagegen aufbegehrt oder darunter gelitten. Bislang blieben Verse wie „Oft hab ich […] Verwünscht mein Geschlecht“ von Magdalene Philippine Engelhard oftmals ungehört, die nun in einem monumentalen Standardwerk endlich gesammelt vorliegen.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.