Anthony Fauci, 79, ist der Top-Virusberater in den Vereinigten Staaten, gewissermaßen der Christian Drosten der Amerikaner. Was den gebürtigen New Yorker allerdings von seinem deutschen Kollegen unterscheidet, ist nicht nur, dass er Immunloge ist, während der Bonner Wissenschaftler das Fach Virologie vertritt, sondern auch ein Talent hat, andere mit Späßchen zu unterhalten. In Deutschland wohl eher undenkbar, tut dies Faucis Ansehen in den USA keinen Abbruch und verschafft ihm sogar ein größeres Publikum.

Und dazu gehören auch all jene Kinder, die schon seit Längerem die bange Frage umtreibt, ob der Weihnachtsmann in Corona-Zeiten überhaupt die Geschenke vorbeibringen kann. Nun, er kann, wie Fauci jetzt im Fernsehen erzählte: Er sei höchstpersönlich zum Nordpol gereist und habe dort Santa Claus geimpft. Zudem habe er die Gelegenheit der Inaugenscheinnahme genutzt, um sicherzustellen, dass der betagte Bartträger auch fit für den anstrengenden Job des Geschenkeausträgers sei: „Ihr müsst euch keine Sorgen machen.“

Und aus gegebenem Anlass sei noch vermerkt, dass Anthony Fauci, der Chef des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, der Wissenschaftler und Santa-Retter (und Trump-Aushalter) – dass Fauci am 24. Dezember 80 Jahre alt wird. Ein echtes Christkind also.

Der Weihnachtsmann, steinalt, ist auch der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge immun gegen das vermaledeite Coronavirus. Die Europäische Union hat dem Gabenbringer ebenfalls bescheinigt, kerngesund und unkaputtbar zu sein. „Wir können das versichern“, so der Vizepräsident der EU-Kommission, Margaritis Schinas. Und in Kanadas Provinzen Ontario und Manitoba bestätigten die Regierungschefs, wie wichtig Santa Claus für das Gemeinwohl sei und verliehen ihm deswegen den Rang des „essential worker“ – des unverzichtbaren Arbeiters.

Legt man diese Aussage zugrunde, dann wird auch verständlich, dass es für das in vielen deutschen Regionen umherfliegende Christkind keine Sonderreglung braucht: Es ist schlichtweg systemrelevant.

Benigna Munsi, 18, ist Darstellerin des Nürnberger Christkinds und könnte sehr wohl für sich in Anspruch nehmen, systemrelevant zu sein. Allerdings muss die junge Frau dann doch auf ihre Gesundheit achten. „Mir geht es gut“, versicherte Munsi in den Nürnberger Nachrichten, und damit das so bleibe, arbeite sie derzeit zumeist im Homeoffice. Aber an Heiligabend kommt das Christkind dann schon vorbei, verspricht Munsi: „Nur kurz, um die Geschenke zu bringen. Selbstverständlich trage ich dann meine goldenen Handschuhe!“

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Das Nürnberger Christkind Benigna Munsi: „Mir geht es gut.“

Im Bayerischen Rundfunk sagte Munsi jetzt, dass sie für den Austrägerjob extra das Fliegen geübt habe und superschnell geworden sei. „Ich habe natürlich meine Engel dabei, die helfen mir dieses Jahr. Und ich habe mit der Polizei einen Deal gemacht, dass sie mich nicht anhalten.“