In seiner Jugend haben ihn alle Andi genannt. Doch 30 Jahre nach dem Abitur hat er seine DDR-Jugend in Mecklenburg komplett verdrängt. Der erfolgreiche Investmentbanker lebt in Frankfurt am Main und lässt sich mit „Ändy“ anreden. Kurz vorm nächsten großen Deal bringt eine anonyme Beschuldigung seine Karriere in Gefahr. Er soll im Sommer 1990 ein Mädchen vergewaltigt haben. Andi-Ändy, der sich nur dunkel an den ominösen Abend erinnert, macht sich auf den Weg und sucht nacheinander seine Jugendgefährten auf, zu denen er den Kontakt abgebrochen hatte.

Das Besondere an diesem Roadmovie ist nicht mal die Story an sich, sondern die Kooperation dahinter. Denn einer der drei Drehbuchautoren ist der Hauptdarsteller Charly Hübner, der aus Mecklenburg stammt, 1990 seinen 18. Geburtstag feierte und so Ideen und Erfahrungen seiner Generation beisteuern konnte. Auch seine Mitspieler haben allesamt den zur Rolle passenden Hintergrund: Deborah Kaufmann, Christina Große, Stefanie Stappenbeck, Roman Knižka und Peter Schneider sind zwischen 1970 und 1975 geboren und stammen aus Ostdeutschland. Co-Autoren und Regisseure des Generationsporträts sind die Westdeutschen Lars Jessen und Jan Gregor Schütte. Der eine bringt seinen norddeutsch lakonischen Humor mit, der andere sein Faible für improvisierte Szenen. So hatte Schütte vor zwei Jahren schon mal im ARD-Film „Klassentreffen“ 18 Schauspieler mit vorgegebenen Rollenbildern, aber ohne Dialoge aufeinander losgelassen und mit 24 Kameraleuten 130 Stunden Filmmaterial eingefangen. Charly Hübner war als stockkonservativer Schuhfabrikant dabei.

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