Es gibt kaum eine künstlerische Ausdrucksform, in der sich der Wiener Künstler Arik Brauer nicht ausprobiert hat und es anschließend auch zu öffentlicher Aufmerksamkeit brachte. Über seine Wiener Wirkungsstätte hinaus berühmt aber wurde er in den 70er-Jahren als Sänger in einer Zeit, in der deutschsprachige Musik jenseits des Schlagergenres populär wurde. Hintersinnige bissige Lieder waren sein Metier, aber auch poetisch-einfühlsame Stücke, in denen er sich für die Freiheit der Einbildungskraft stark machte oder die Bemühungen, diese durch Gängelung zu verhindern, aufs Korn nahm, etwa in dem Song „Warum ist er so dumm?“. Eines seiner bekanntesten Lieder behandelt die Bausünden der Nachkriegsmoderne: „Gestern Nachmittag hab ich beim Fenster aussegsehn/Heute in der Früh habn‘s mir den Himmel schon verstellt“ heißt es in dem Lied „Sie hab‘n a Haus baut“, ein Protestsong auf Wienerisch, der mühelos neben der Musik von Brauers Landsleuten André Heller, Erika Pluhar und Wolfgang Ambros bestehen konnte und die zusammen als Gründer des sogenannten Austropop gelten.

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