Bridget Riley: „Joy of Living: Hommag to Matisse“, 2012, Acryl/Leinen
Foto: Galerie  Hetzler/Privatsammlung/Bridget Riley./def image

Berlin - Es ist, als bewege sich die ganze Wand, als flögen in der Horizontale lauter bunte Windräder hin und her. Hier entscheidet der sinnliche Eindruck. Nicht der Inhalt. Die blätterartigen Formen scheinen sich über die Leinwand zu bewegen, zu drehen wie Flügel. Einige bilden farbige Paare. Die Dynamik der Gebilde wird aber links, rechts und in der Mitte von den strahlend blauen Senkrechtbalken aufgehalten, sie lösen sich fast in Licht auf – und werden wieder Farbe: grün, rot, blau, gelb, orange, lila. Und schwarz. Zwei schwarze Windrädchen – oder sind es Blütenblätter? – sind unter den fröhlich tanzenden farbigen. Wie zwei schwarze Schafe, Außenseiter, Melancholiker. Aber sie fügen sich in die scheinbare Harmonie der Reihung, die ist spielerisch und streng zugleich. Solche Kunst erlebt man am besten mit Abstand, ganz adäquat zur den Corona-Regeln, zwei Meter sind ideal, dann erlebt man diesen ständigen optischen Wechsel der Gebilde, welch reizvolles Spiel unserer Wahrnehmung.

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