Kultursenator Klaus Lederer in der Landesbibliothek.
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BerlinKunsthändler und Künstler Berlins sind genervt, auch mal trübsinnig oder denken gar ans Aufgeben. Der Kultursenator Klaus Lederer hat die Klagen der Betroffenen – auch des treuen Kunst-Publikums – vernommen. Es hört sich gut an, dass er ein Äquivalent zur ökonomisch glücklosen und daher unlängst vom enttäuschten Partner KoelnMesse aufgekündigten Kunstmesse schaffen will. Die 2001 ehrgeizig als Art Forum gestartete, 2011 aufgegebene, dann zur abc und zuletzt zur ArtBerlin mit Partner KoelnMesse mutierte Verkaufsschau war bislang immerhin das Herzstück der allherbstlichen Art Week.

Die ganze Stadt partizipiert

Diese Kunstwoche, seit 2012 unter Federführung der senatseigenen KulturProjekte GmbH lockte bislang jedes Mal internationale Sammler und 120.000 Besucher in vier Tagen an. Es partizipieren schließlich sämtliche Kunstorte, nicht nur die kommerziellen, auch die kommunalen, die Kunstvereine, Projektorte, die Museen. Nicht zuletzt Berlins Hotels und Gastronomen.

„Wir werden die Art Week qualifizieren“, kündigte Lederer am Montag an. Er sei dazu „im engen Austausch mit den Akteuren“. Die Veranstaltung solle „neuen Drive“ bekommen. Konkreteres führt der Kulturpolitiker nicht aus. Tatsächlich sollen Publikum und Stadt schon diesen Frühling etwas spüren: Man werde das von 49 hiesigen Kunsthändlern gestaltete Gallery Weekend vom 1. bis 3. Mai – im Zusammenspiel mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft – als Schwerpunkt Kunstmarkt gestalten.

Und dann will Lederer schauen, wie sich das weiterentwickeln lässt. Der nächste Schritt sei dann im Herbst die Art Week, die solle „wie eine große thematische Ausstellung“ laufen. Als Riesen-Event also! Wird das aber ein echter Marktplatz? Von einer neuen von der Stadt gewollten und auch mitfinanzierten Messe, die Berlin brauchte, ist nicht die Rede.