In der Machtzentrale der bundesrepublikanischen Demokratie: „Rückblick", 2015, des Fotokünstlers Andreas Gursky.
Foto: Andreas Gursky/VG Bildkunst Bonn 2020/Galerie Sprüth Magers Berlin

Berlin - Großer Vorhang für den Düsseldorfer Starfotografen Andreas Gursky, sozusagen dem „Gerhard Richter der Fotografie“, in der Galerie Sprüth Magers (Oranienburger Str. 18, bis 14. 11.). Der gebürtige Leipziger, der in der ganzen Welt die Erscheinungsformen des Kapitalismus in seiner kühlen Bildästhetik spektakulär zu visualisieren versteht, inszeniert mit „Apple“ den Hauptsitz des Technologie-Riesen, entlang der Fensterfront auf Sockeln, iPhones und mehrere Generationen von Apple-Computern. Ein Defilee technoider Macht.

Über Monate konnte Gursky im Zentrum der hiesigen Demokratie, im Deutschen Bundestag, Spitzenpolitiker beobachten. Nun steuert er dem Gallery Weekend und der Art Week eine suggestive Momentaufnahme der Machtverteilung bei. „Rückblick“ (2015) zeigt in einer Art Theatersaal vor festlich rotem Bühnenvorhang in Rückenansicht links und rechts von Angela Merkel vorherige Bundeskanzler: Helmut Schmidt, den man an den Zigarettenrauchkringeln erkennt, Gerhard Schröder, Helmut Kohl. Gegenüber eine ebenso wandfüllende Panoramafotografie, zu sehen sind 13 Politiker*innen bei ihrer alltäglichen Arbeit, arrangiert wie auf Leonardo da Vincis „Abendmahl“. Über ihnen schwebt eine riesige Turmuhr, wie der amerikanische Maler Ed Ruscha sie einst malte.

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