Black Lives Matter Mahnwache gegen Polizeigewalt und Rassismus auf dem Marienplatz. Görlitz.
Foto: imago images/Matthias Wehnert

BerlinVor nicht allzu langer Zeit, als man sich noch relativ unbeschwert unter viele Menschen begeben konnte, waren meine Frau, die in Indien geboren wurde, und ich zu einer Party in Charlottenburg eingeladen. In der Altbauwohnung fanden sich ausschließlich weiße Menschen zusammen. Wir waren gerade angekommen, da deutete ein Unbekannter auf meine Frau und schritt durch die Menge auf sie zu. Den Zeigefinger ließ er ausgestreckt, bis er fast ihren Nasenring berührte. Dann rief er: „Indien! Richtig?“

Ich schämte mich für sein Verhalten. Der Mann hatte meine Frau herausgepickt, weil sie in der weißen Gesellschaft herausstach. Sie behandelte ihn trotzdem höflich und war keineswegs überrascht, vielmehr froh, als sich der Mann als harmlos herausstellte. Er wollte lediglich wissen, wo sich der spirituellste Ort Indiens befände. Meine Frau war erleichtert. In Deutschland hat sie schon viel schlimmere Erfahrungen gemacht.

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