Bukow (Charly Hübner) stellt Katrin König (Anneke Kim Sarnau) zur Rede.
NDR/Christine Schroeder

BerlinBukow (Charly Hübner) hat sich Schuhe gekauft. Lackschuhe, wie es aussieht. So was passiert, wenn man verliebt ist. Als ihn Frau König (Anneke Kim Sarnau) auf den Erwerb des zweifelhaften Laufwerks anspricht, sagt er: „Wegen Ihnen. Hab’ ja sonst niemanden.“ Soll ironisch sein, klar. Es läuft also was zwischen den beiden, das wird  ja auch Zeit, nach zehn Jahren Ermittlungsgemeinschaft.   

Gelaufen ist zwischen ihnen natürlich schon immer was, aber endlich haben sie es auch selbst gemerkt. Zum Finale des vorigen Falls gab es bereits einen  Kuss und am Anfang des neuen nuschelt der Kommissar ein zärtliches „Schlafen Sie gut“ in sein Taschentelefon. Leider geht es dann aber nicht weiter mit der Paarbildung, bis auf ein paar verschämte Blicke passiert erst mal nichts. Das ist im richtigen Leben nicht anders, nur muss man im richtigen Leben nicht ein halbes Jahr warten, ehe es weitergeht.

Die Crux der horizontalen Erzählweise, mit der hinter dem jeweils aktuellen Fall eine durchlaufende Geschichte eingezogen wird, besteht darin, dass man sich an all die durchlaufenden Geschichten schon gar nicht mehr erinnern kann. Wer war noch mal dieser Guido Wachs, der sich hier aus der Haft bei Frau König meldet, was sie völlig aus der Bahn wirft? Ich habe  mal nachgeblättert, der schlimme Mann hat am 11. November 2018 eine Rolle gespielt. Inzwischen war schon zwei Mal Weihnachten. So funktioniert das nicht. Das fällt diesmal besonders auf, weil auch der  eigentliche Fall nicht vorankommt. Obwohl  viel gerannt wird.

NDR/Christine Schroeder
Polizeiruf 110 - Söhne Rostocks

So., 20.15 Uhr, ARD

Ein mordverdächtiger Emporkömmling (Tilman Strauß) ist auf der Flucht – vor der Polizei, vor alten Partnern, vor sich selbst und bald auch vor seinem Sohn Jon (Oskar Belton). Der Film in der Regie des Routiniers Christian von Castelberg kann sich nicht    entscheiden, wem er  lieber folgen will, Alt oder Jung. Was  dann aber auch wieder egal ist, weil einen  beide Männer   kalt lassen. Es ist keine gute Idee, zwei gleichermaßen unsympathische Figuren in eine Fehde zu verwickeln. Interesse setzt Empathie voraus.