Die alten Japaner hatten vielleicht recht. Nicht ob etwas „schön“ sei oder „hässlich“, sondern ob es „meisterhaft“ gemacht ist, war entscheidend. Meisterhaft in der Balance zwischen Arrangiertsein und doch ganz Natur. Die Performerin Sharon Smith steht im Dämmer der HAU2-Bühne und steckt ein paar Blumen und Zweige zu einem Gesteck. Ikebana, erklärt sie, ist die perfekte Verbindung dieser zwei: Blumenleben und Blumenkunst. Und wie sie dann die Schere ansetzt, wird unverkennbar, dass sie noch einige Dekaden braucht zur Meisterschaft darin.

Die Blumenkunst spielt trotzdem eine zentrale Rolle in den zwei witzig-ernsten Stunden, in denen Sharon und ihre Gob Squad-Kollegen Berit Stumpf und Simon Will ihr mittlerweile 25-jähriges Performancetheater als eine Art menschliches Ikebana zerschnipseln und wieder zusammen stecken. Oder besser gesagt: wie sie das Leben in ihrer Kunst, die Kunst im Leben und das Sprechen darüber auf eine neue Meditationsstufe performativer Komplexität heben.

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