Spike Lee, 63, ist vor allem für seine gesellschaftskritischen Filme bekannt, sie beschäftigen sich vor allem mit dem Rassismus in den USA, wie beispielsweise „Malcolm X“ (1992) oder „BlacKkKlansman“ (2018) eindringlich zeigen. Doch hat sich der Regisseur und Oscargewinner einem anderen, ebenfalls anspruchsvollem Thema zugewandt: der erektilen Dysfunktion beim Mann und ihre Behebung durch einen Arzneistoff aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer, einer Gruppe gefäßerweiternder Substanzen – auch Viagra genannt. So meldet es jetzt die New York Times unter Berufung auf Lee.

Bei dem delikaten Thema hat sich der Künstler offenbar für einen Song-and-Dance-Ansatz entschieden: „Ich werde ein getanztes und gesungenes Musical inszenieren“, zitiert die Zeitung den Künstler. Ein Filmmusical, wohlgemerkt, das auf einem Artikel aus dem Magazin „Esquire“ beruhen soll, gewissermaßen als Libretto, und die Entdeckung und Vermarktung des Arzneimittels nacherzählt. Lee werde das Drehbuch mit dem britischen Dramatiker Kwame Kwei-Armah schreiben. Der künstlerische Leiter des Young Vic Theatre in London twitterte hocherfreut: „Überglücklich, mit Bruder Spike zu tanzen.“

Wann der Musical-Film Premiere feiern und wer darin mitspielen soll, war zunächst noch nicht klar. Immerhin bekannt ist, dass Stew Stewart und Heidi Rodewald für die Musik verantwortlich sind – die beiden Songwriter haben das preisgekrönte Musical „Passing Strange“ geschrieben, das Lee 2008 als Konzertfilm gedreht hat. Apropos: Der Regisseur wird in diesem Herbst noch seinen Film über David Byrnes Broadway-Konzert „American Utopia“ veröffentlichen. Und dass er Musical kann, hat er bereits 1988 mit „School Daze“ gezeigt, einem Film über sich einander bekriegende schwarze College-Schüler.

Doch zurück zu Lee und seinem Viagra-Projekt. In seiner Erklärung zu dem Projekt dankt er seiner verstorbenen Mutter dafür, dass sie ihn in seiner Brooklyner Kindheit „ins Kino getreten und geschrien“ habe. Denn er selber hatte offenbar keine Lust auf Kino oder gar Musical: „Ich wollte nicht, dass kitschige Leute singen und tanzen.“ Der Junge interessierte sich vielmehr für Basketball und Football – und eine Reihe anderer New Yorker Straßenspiele. Es half nichts, schreibt Lee, er musste als ältestes von fünf Kindern und auch wegen des Vaters, der „HollyWeird-Filme hasste“, mit der Mutter ins Kino. – Ohne Mutter kein „Viagra“.

Amal Clooney, 42, ist für ihren Einsatz für die Pressefreiheit ausgezeichnet worden. Das Komitee zum Schutz von Journalisten (Committee to Protect Journalists, CPJ) verlieh Clooney – und einigen anderen Journalisten – bei einer Online-Gala den nach einer 2016 gestorbenen US-Moderatorin benannten „Gwen Ifill Press Freedom Award“.  Niemand geringeres als die Schauspielerin Meryl Streep, 71, hielt die Laudatio: „Clooney ist nicht nur etwas, was jeder Journalist braucht, nämlich eine gute Anwältin, sondern sie ist auch eine Verteidigerin der internationalen Gesetze, die die freie Meinungsäußerung möglich machen.“

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Menschenrechtsanwältin Amal Clooney: „Journalismus ist die Lebensader der Demokratie.“

Sie fühle sich sehr geehrt, sagte Clooney. Mit dem CPJ arbeite sie seit Langem eng zusammen. „Wir sind beide sehr stark der Meinung, dass Journalismus die Lebensader der Demokratie ist, und dass wir dafür weiter kämpfen müssen.“ Journalismus sei zudem Teil ihrer Familie: Sowohl ihre Mutter als auch der Vater ihres Ehemannes – Schauspieler George Clooney, mit dem sie seit 2014 verheiratet ist und Zwillinge hat – seien altgediente Journalisten. „Das ist definitiv etwas, was uns am Herzen liegt, was Teil der Familie ist, und was bedeutet, dass es in unserer Familie beim Abendessen schwierig ist, auch mal zu Wort zu kommen.“