Berlin - Joe Biden hat die Büste Winston Churchills aus dem Oval Office des Weißen Hauses verbannt. Einige Republikaner und ihr Haussender Fox schäumen – sie suchen nach dem Putschversuch von Trump-Anhängern verzweifelt Themen, um den neuen Präsidenten moralisch zu diskreditieren. In England fürchten einige rechte Boulvardblätter schon um das „special relationship“ zwischen den USA und Großbritannien, für die Churchills und Roosevelts enge Partnerschaft im Zweiten Weltkrieg als das Symbol schlechthin gilt.

Die Büste des Konservativen Churchill, geschaffen von Jacob Epstein, war ein Geschenk der britischen Regierung des Labour-Politikers Harold Wilson an den demokratischen Präsident Lynden B. Johnson. Als sie 2001 restauriert werden musste, lieh die Regierung Tony Blairs Präsident George Bush eine zweite Fassung, die nunmehr sogar ins Oval Office kam. Nach dem Ende von Bushs Präsidentschaft 2008 ging diese Skulptur verabredungsgemäß zurück in die Bibliothek der britischen Botschaft, das Original dagegen kam in die nunmehrigen Privaträume Obamas. Er fand, das Oval Office wirke sonst zu verräumt. Trotzdem handelte er sich übelst rassistische Kommentare von Fox-Kommentatoren, republikanischen Abgeordneten, britischen Boulevard-Zeitungen und jenes Boris Johnson ein, der heute britischer Premier ist. Sie erst machten die Büste zum Politikum. Donald Trump ließ sie 2017 wieder ins Oval Office räumen. Premierministerin Theresa May war begeistert, ihre Brexit-Strategie baute auf einen Handelsvertrag mit den USA.

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