Ausnahmezustand in Nordrhein-Westfalen! Schon vier Kommissare unterschiedlicher Dienststellen wurden getötet. Für diesen Fall, der ohne Drehbuch entstand, bündeln die Kommissariate ihre Kräfte.
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BerlinEs muss ja überall gespart werden, und da macht der „Tatort“ zum Jahresbeginn schon mal den Anfang. Zwei Tage in einem billigen Hotel, zack, fertig. Auf ein Drehbuch wurde verzichtet, der Regisseur Jan Georg Schütte spielte gleich selber mit und so waren die Honorare für die Kommissare wohl der einzige nennenswerte Kostenfaktor. Denn Kommissare gibt es in diesem Fall mehr als genug. 

Armin Laschet spielt auch mit

Neben Peter Faber (Jörg Hartmann) und Martina Böhnisch (Anna Schudt) aus Dortmund macht  zunächst revierübergreifend Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) aus Münster mit. Zu den Etablierten stoßen Marcus Rettenbach (Ben Becker) aus Oberhausen, Franz Mitschkowski (Nicholas Ofczarek) aus Aachen, Sascha Ziesing (Friedrich Mücke) aus Paderborn und Nadine Möller (Elena Uhlig) aus Düsseldorf.

Nicht nur an den Orten merkt man, dass das eine NRW-Geschichte ist. Auch an Armin Laschet, der sich als Ministerpräsident selber spielt, hoffentlich ohne Gage. Runde acht Millionen Zuschauer kriegt er nicht so schnell noch mal.

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Tatort

Das Team“ Mittwoch, 1.1.2020, 20.15 Uhr, Das Erste

Und was soll das alles? Das darf  hier  leider nicht besprochen werden, denn mit der Vorbesichtigung des Films war die Unterzeichnung einer Verschwiegenheitsklausel verbunden. Kein Wort über den Täter! Als hätten wir jemals den Täter verraten. Bei diesem Werk mit einem mal wieder experimentellen Ansatz darf nun aber nicht mal das Opfer genannt werden. Das allerdings ist neu. Spielleiter Schütte, erfahren mit Improvisationsstücken wie „Wellness für Paare“ und „Klassentreffen“ versucht seine Methode des  papierfreien  Dramatisierens auf den „Tatort“ zu übertragen, was nur bedingt gelingt.

Die Lösung eines Kriminalfalls, und viel mehr noch die Konstruktion eines solchen, erfordert nun mal ein Mindestmaß an Logik. Da reicht es nicht, sich wie bei dem Partyspiel „Wer bin ich?“ einen Zettel auf die Stirn zu kleben. Aus dem Bauch heraus funktionieren nur ein paar Binnenpointen, die von den Mediatoren-Brüdern Scholz&Scholz (Bjarne Mädel und Charly Hübner) angeboten werden.