Was für ein Wunderding die Natur doch ist! Der Frühling hat quasi den Kaltstart-Turbo eingelegt. Und überall blüht und sprießt es. So auch im Schlosspark Buch und im Schlossgarten Charlottenburg. Außer dem herrschaftlichen Namen und Rahmen haben die zwei Grünflächen wenig gemeinsam. Aber sie sind beide jetzt einen Ausflug wert.

Ein Spaziergang in Buch gibt Einblick in halb verwilderte Natur, einer im Schlossgarten Charlottenburg in edle Gartenbau- und Pflanzkunst des Barock.

Schlossgärtnerei öffnet ihre Pforten

Insgesamt 17.000 Frühjahrsblumen werden dort gepflanzt, ausnahmsweise auch noch jetzt, nach Ostern. „Die Fröste haben ihre Spuren hinterlassen, die Bepflanzung der Beete musste gestoppt werden. Daher verlagert sich der Höhepunkt der Frühlingsblüte bis in den April hinein“, erklärt Frank Kallensee, Sprecher der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten.

Gepflanzt werden und wurden in Charlottenburg unter anderem Tausendschön, Goldlack, Silberblatt, Vergissmeinnicht, Primel, Hornveilchen, Stiefmütterchen sowie Tulpen, Hyazinthen und Narzissen.

Bonus am Wochenende: Die nahe dem Schlosspark gelegene Schlossgärtnerei öffnet ihre Tore für Besucher. Man kann sich nicht nur die Pflanzen im Park von den Experten erklären lassen, sondern auch allerlei Grünes für den eigenen Balkon oder Schrebergarten kaufen.

Ein einmaliger Prachtgarten

Für all jene, denen der Schlossgarten im Westen zu überlaufen ist, empfiehlt sich ein Ausflug in den Norden. Direkt an der S-Bahn-Station Buch findet sich einer der Eingänge zum Schlosspark Buch.

Dass es ein ehemaliger Prachtgarten ist, erschließt sich dem Besucher nicht sofort, werden die Wege doch von einem Dickicht aus Unterholz, alten Baumriesen und ersten, zaghaften Blüten bodennaher Kräuter und Blumen gesäumt.

Außerdem fehlt auch das namensgebende Schloss. Es wurde 1964 abgerissen, weil es schon damals nur noch eine Ruine war. Die Geschichte des Schlosses und damit des Parks reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück.

Zu einiger Berühmtheit, ehe die Stadt Berlin 1898 Schloss und Park kaufte, brachte es nur die letzte Eigentümerfamilie – von Voß. Julie von Voß war nämlich mit Friedrich Wilhelm II. liiert – ungewöhnlich bis skandalös, weil sie selbst keine Adelige war.

Bestandteil eines Naturschutzgebiets

Damals gab es Irrgärten, Springbrunnen, eine Orangerie und eine Fasanerie in Buch. Heute ist alles weg. Doch das macht gar nichts! Der Schlosspark Buch ist nämlich Bestandteil eines Naturschutzgebiets (Natura-2000). Es setzt sich – weiter die Panke entlang – auch außerhalb des Parks fort und lässt den Hauptstädter quasi fast mitten in der Stadt durchatmen.

Noch mehr echtes Land-Feeling kommt auf, wenn man dem Flusslauf und somit dem auch ausgeschilderten Pankeweg weiter nordwärts folgt. Dazu quert man aus dem Park kommend den Pölnitzweg. Was folgt, ist zur Linken ein Panorama aus Wiese, zur Rechten die Panke, die hier schon als eher kleines Bächlein den Weg säumt plus dahinter der Blick in ein Waldstück.

Nach einer Viertelstunde quert der Pankeweg die Panke, hier könnte man umdrehen – oder weiterlaufen bis nach Brandenburg. Dieses beginnt mit einem Schild, das gleichzeitig das Betreten der Ortschaft Panketal verkündet und ganz nahe an einem Softeis- und Kaffeestand zu finden ist. Ach ja: Man muss nicht zu Fuß retour. Die S-Bahn (S2) hält auch in Panketal, die Station heißt nach dem Ortsteil Röntgental.