Der Streifenpolizist Klaus Burck (Aljoscha Stadelmann) und seine Kollegin Maja Witt (Julia Koschitz)
ZDF/Michael Ihle

„Als der Streifenpolizist Klaus Burck (Aljoscha Stadelmann) den Dealer Ahmed Issa (Rauand Taleb) auffordert, ihm den Ausweis zu zeigen und seine Zigarette auszumachen, wird er von ihm angespuckt. Derart provoziert schlägt Burck zurück und bricht dem arroganten Kriminellen das Nasenbein.

Er kann ja nicht ahnen, dass er es gerade mit dem jüngsten Sohn des Clanchefs Djamal Issa (Merab Ninidze) zu tun hatte. Als er sich in der Polizeidirektion gegenüber den Anwälten des Clans für seinen Faustschlag rechtfertigen soll, springt ihm seine Kollegin Maja Witt (Julia Koschitz) zur Seite. Sie schildert den Vorfall aus ihrer Sicht und lügt dabei noch dreister als die Kriminellen.   Zwei Bremer Polizisten nehmen es mit einem ebenso brutalen wie gut vernetzten Clan auf, dessen Einfluss bis in die Polizeibehörde reicht.  

Alles andere als komisch

Der Film von Holger Karsten Schmidt (Buch) und Markus Imboden (Regie), die schon des öfteren erfolgreich kooperiert haben, zeichnet seine beiden Hauptfiguren nicht als Helden, sondern als Menschen mit alltäglichen Sorgen. Maja lebt allein mit ihrem Hund und trifft sich nur mit anderen Hundehaltern. Klaus muss sich um seinen dementen Vater kümmern (Aljoscha Stadelmann spielt hier stark mit seinem Vater Heiner zusammen).

Das ZDF annonciert den Film als „Krimikomödie“ – doch diese Klassifizierung weckt falsche Erwartungen und erscheint insgesamt unpassend. Denn obwohl Maja und Klaus durchaus gewitzt arbeiten, erzählt der Film  vor allem, wie ohnmächtig die Polizisten im täglichen Straßenkampf sind, wie verbittert sie registrieren müssen, dass Drogendealer, die sie gerade mit großem Einsatz gestellt hatten, am nächsten Tag schon wieder draußen herumspazieren. Allein dass sie in Uniform überhaupt betonen müssen „Das Gesetz sind wir“, verdeutlicht ihre schwierige Position. Und die Bedrohungen gegen die beiden – Maja vermisst ihren geliebten Hund, die Pflegerin des Vaters von Klaus überlebt einen Angriff nur schwer verletzt – sind wirklich alles andere als komisch.

Überraschende Momente

Doch wie der Krimi hier seine Helden durch die klassische Konstellation David gegen Goliath führt und zugleich die serielle Verkultung der Clans unterläuft, sorgt immer wieder für überraschende Momente. Die dauerpräsente Julia Koschitz kann in Verwandlungsszenen ihr komisches Talent ausspielen, mal als falsche Verfassungsschützerin, mal verführerisch im schwarzen Cocktailkleid. Die Jury des Deutschen Fernsehkrimifestivals in Wiesbaden kürte den Film zum Gewinner und schrieb in der Laudatio: „Wie die beiden es schaffen, den Kopf immer wieder aus der Schlinge zu ziehen, um sie anderen um den Hals zu legen – so haben wir Polizei noch nicht oft im deutschen Film gesehen.“

ZDF/Michael Ihle
Wir sind das Gesetz

25. März, 20.15 Uhr, ZDF