Es ist eine überwältigende Ausstellung. Nicht nur, weil sie 79 Objekte aus 1 200 Jahren zeigt, sondern, weil es auf ganz unterschiedliche Weisen großartige Werke sind. Der allerstärkste Eindruck ist allerdings ein anderer: die Erfahrung zweier Lücken. Die chinesische Kunst kam über Jahrhunderte ohne Gewalt und ohne Sex aus.

Das liegt nicht an der von den Kuratoren getroffenen Auswahl. Es markiert vielmehr zwei entscheidende Unterschiede zwischen der chinesischen und der europäischen Kunst. Nicht etwa der Realität. Nichts falscher als die Annahme, in China, wo über Jahrhunderte die Darstellung von Gewalt fast keine Rolle spielte, sei sie auch in der realen Welt nur höchst selten aufgetreten. Es gibt, entgegen der immer wieder vorgetragenen Vermutung, ganz offensichtlich keinen direkten Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Gewalt in einer Gesellschaft und der Häufigkeit ihrer Darstellung.

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