Es ist ungewöhnlich, eine Geschichte mit einem Happy End zu beginnen. In seiner Ausstellung „Kunstraub-Raubkunst“ wagt das Staatliche Museum Schwerin aber genau das. Gleich im Eingangsbereich der Exposition hängt Adriaen Hannemans Gemälde „Bildnis zweier Kinder im Park“. Das im 17. Jahrhundert entstandene Bild des holländischen Barockkünstlers war 1943 wegen der Bombenangriffe nach Schloss Ivenack ausgelagert worden, wo es dann zwischen Mai und Juni 1945 spurlos verschwand. Erst 2005 gab es einen vagen Hinweis aus den USA, dass sich das Bild im Besitz einer Familie im Bundesstaat Louisiana befinden würde. Es dauerte dann noch einmal neun Jahre, bis im Juni 2014 eine für Kunstraub zuständige Abteilung des FBI das Gemälde an das Schweriner Museum zurückgab. In der Ausstellung wird das Bild nun erstmals wieder der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Rückgabe von Kunstwerken, die im Krieg und in totalitären Systemen aus Museen und Privatsammlungen geraubt worden sind, an ihre rechtmäßigen Besitzer ist noch immer eine Ausnahme. Auch das Schweriner Museum, das jetzt quasi seine eigene Geschichte von Kunstraub und Raubkunst in einer Ausstellung präsentiert, beklagt große Verluste: Seit dem legendären Napoleonischen Kunstraub 1807 bis zum Weltkriegsende 1945 verschwanden aus den Depots des einstigen Mecklenburgischen Landesmuseums rund 5 000 Kunstwerke. Nach Angaben des Ausstellungskurators Torsten Knuth sind die meisten dieser Werke bis heute unauffindbar.

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