Zum Fototermin hat sich die Tänzerin nicht extra aufgewärmt. Sie muss später noch zur Probe, hat dann Vorstellung, das braucht Vorbereitung, aber ein Foto? Ach nö. Den Sprung schafft sie trotzdem aus dem Stand. Der Satz vom Schneidersitz auf einen Arm, die Beine in der Luft zum Spagat gestreckt – kein Problem. Afina Feodossiadi, 25, ist nur 158 Zentimeter groß, schmal, eine fast unauffällige blasse Schöne, aber in der Kreuzberger Tanzschule Flying Steps Academy übersieht sie keiner. Als sie in Trainingssachen durch die Eingangshalle läuft, rücken sich ein paar farbige Muskelmänner auf den Sofas zurecht und applaudieren ihr zu: „Yeah!“ Warum das? „Na, sie ist ein Star!“ In der Szene, auch in dieser Schule, hat Afina ein gewaltiges Standing.

Hier kann man auch beobachten, wie erdenschwer es tatsächlich ist mit der Leichtigkeit. Von Flying keine Rede. Nur Afina tanzt, als fliege ihr alles zu. Gerade tritt sie acht Wochen im Hamburger Bahnhof auf. Nach Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ bringen hier Tänzer der Flying Steps und Figuren des Graffiti-Duos Osgemeos in Vartan Bassils Inszenierung „Flying Pictures“ den alten Klavierzyklus zum Tanzen: rasant und abgedreht. Neben sieben B-Boys, also Breakdancern, stehen zwei Girls auf der Bühne – die Ballerina Maria Tolika mit zeitgenössischem Stil und Afina als B-Girl.

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