Von weitem sieht er aus wie ein Mann, der nur mal eben Zigaretten holen geht. Mišel Matičević überquert die Straße vor einem Café am Savignyplatz in Charlottenburg. Jeans, weißes T-Shirt, Pilotensonnenbrille. Er wohnt in der Gegend, es ist der alte Berliner Westen, das Café gehört zum Mobiliar der Nachbarschaft, unverändert seit Jahren und gänzlich unaufgeregt. Mišel Matičević hat einen festen Händedruck, seine Stimme klingt dunkel und substantiell, so einer muss nicht laut werden, um sich Respekt zu verschaffen. Oder gerät da schon etwas durcheinander? Matičević spielt manchmal durchaus furchteinflößende Männer und lässt sie verführerisch schillern. Wie die Figur, die er in „Babylon Berlin“ verkörpert – den König des Nachtlebens im Berlin der 20er-Jahre. Ein Mann, der von allen nur „der Armenier“ genannt wird. Matičević hat als Schauspieler eine besondere, körperliche und sensible Art, seine Figuren zum Leben zu erwecken.

Die Dreharbeiten zu den ersten beiden Staffeln von „Babylon Berlin“ liegen schon eine Weile zurück, die dritte Staffel steht an. Bevor Matičević erzählt, steckt er sich erst einmal eine Zigarette an, zum Glück kann man noch draußen sitzen. Es folgen einige Cappuccinos und noch ein paar Zigaretten, am Ende übernimmt er die Rechnung. Mišel Matičević gehört zu den Männern, die darauf bestehen.

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