Die Berlinale ist vorüber, die Bären sind vergeben, und auch in diesem Jahr hat sich der Bärenvorhersagealgorithmus der Berliner Zeitung als ebenso aussagekräftig wie weiterentwicklungsfähig erwiesen. Wie Anfang letzter Woche an dieser Stelle zutreffend berechnet wurde, ist der Goldene Bär einem Film verliehen worden, der weder aus den USA noch aus Japan, Nordeuropa oder Deutschland kommt. Zutreffend wurde zudem vorhergesagt, dass der Gewinnerfilm länger als 75 und kürzer als 150 Minuten ist und den Selbstfindungsprozess einer vom Schicksal gebeutelten Frau thematisiert. Stimmte also alles!

Freilich gab es im Wettbewerb nicht nur einen, sondern zwei weder aus den USA oder Deutschland noch aus Japan oder Nordeuropa stammende Filme, die den Selbstfindungsprozess einer vom Schicksal gebeutelten Frau thematisieren, was unser offenbar unzureichend mit Informationen gefütterter Algorithmus nicht einberechnet hatte. So wurde nicht der von der Berliner Zeitung als Bärengewinner vorhergesagte Film „Aloft“ über den Selbstfindungsprozess einer vom Schicksal gebeutelten Schweinefarmangestellten aus einer namenlosen Kleinstadt in der nordkanadischen Ödnis prämiert, sondern der Film „Bai Ri Yan Huo“ (Black Coal, Thin Ice) über den Selbstfindungsprozess einer vom Schicksal gebeutelten Wäschereifachangestellten aus einer namenlosen Kleinstadt in der nordchinesischen Ödnis.

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