Weibliche Chefs sind nicht nur im männerdominierten Vatikan eine Seltenheit, aber dort noch mehr als anderswo. Umso bemerkenswerter ist die Beförderung der italienischen Kunsthistorikerin Barbara Jatta, über die Papst Franziskus jetzt entschieden hat. Ab 1. Januar erhält die 54 Jahre alte Römerin einen der prestigeträchtigsten Posten der internationalen Kunstwelt. Sie wird Direktorin der Vatikanischen Museen – als erste Frau in der mehr als 500 Jahre langen Geschichte der päpstlichen Kunstsammlungen, die zu den größten der Welt gehören.

Mehr als 800 Mitarbeiter und eine riesige Schatzkammer, mit alleine 70.000 ausgestellten Objekten aus der ganzen Welt, Afrika, Ozeanien, Asien, den Amerikas, aus Alt-Ägypten, der griechischen und römischen Antike, Byzanz und dem westlichen Mittelalter, der Renaissance, dem Barock und der Moderne werden ihr dann unterstellt sein. Allein die öffentlich zugänglichen Säle und Flure im Päpstlichen Palast und in den angrenzenden Galerien sind bei einem Rundgang sieben Kilometer lang. Auch die Sixtinische Kapelle gehört dazu, mit dem weltberühmten Deckenfresko und dem Jüngsten Gericht Michelangelos. Zudem sind die Vatikanischen Museen mit ihren sechs Millionen Besuchen im Jahr und Einnahmen von rund 100 Millionen Euro pro Jahr für Eintrittsgelder, Souvenirs aller Arten, Urheber- und Filmrechte eine wichtige Finanzquelle des Kirchenstaats.

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