Ausdauerndes Gerede ist eigentlich das Geschäft von Talkshow-Moderator Reinhold Beckmann, doch nun reicht es ihm. Er habe es satt, „das endlose Gequatsche über zu viel Gequatsche“, hat Beckmann der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in einem Interview erklärt und damit begründet, was er auf diesem Wege ankündigte: Er hört auf. Ende 2014 soll nach 15 Jahren Schluss sein mit „Beckmann“. Genug geredet.

Was ihn zu diesem Schritt bewogen hat, ist die anhaltende und nicht nur für ihn ermüdende Debatte über die fünf politischen Talkshows der ARD. Seit Günther Jauch vor zwei Jahren zur ARD geholt und mit dem Premiumsendeplatz nach dem „Tatort“ belohnt wurde, gilt das Schema: sonntags Jauch, montags Frank Plasberg, dienstags Sandra Maischberger, mittwochs Anne Will und donnerstags Beckmann. Dass das vielleicht ein bisschen viel ist, fiel manch einem schon damals auf – geschehen ist trotzdem nichts.

Diesem Talk-Gerangel will Beckmann sich nun also entziehen. Das klingt souverän, doch die ARD-Intendanten hätten „Beckmann“ vielleicht ohnehin abgesetzt. Sie kommen am Montag in Berlin zusammen und wollen, wie der Spiegel berichtet, über die Verschlankung der Talk-Struktur beraten. Eine solche hätte Beckmann wohl als Erstes getroffen, seine Quoten sind – sicher auch wegen des schwierigen Sendeplatzes am Donnerstag, wo das ZDF Maybrit Illner und Markus Lanz talken lässt – die schlechtesten. Gegen „Beckmann“ spricht aber vor allem die ARD-Mathematik: Der NDR hat drei Talkshows (Beckmann, Will, Plasberg), der WDR zwei (Maischberger, Jauch). Wer dann noch die Männer-Frauen-Quote wahren will, muss zwangsläufig auf Beckmann kommen.

Spannend wird es, wenn die ARD zu der Einsicht kommt, dass vielleicht auch drei Talks pro Woche ausreichen. Er finde Beckmanns Entscheidung und die Ermüdung über die Debatte nachvollziehbar, hat der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor gesagt und verraten: „Dieses Gefühl teile ich.“ Zu dem Thema ist trotzdem noch lange nicht das letzte Wort gesprochen.