Ludwig van Beethoven 
Foto: Imago

BerlinWollen Sie auch zu Beethoven?“, fragt der Mann, dem wir unten an der Haustür begegnen. Nicht, dass der Komponist je in dieser Seitenstraße des Ku’damms gewohnt hat. Aber an diesem Sonnabend ist er hier doch zu Hause, irgendwie. 

Die Dienstbotenwendeltreppe in dem Seitenflügel, die in den 4. Stock führt, ist von Teelichtern erhellt. In zwei durch eine Flügeltür miteinander verbundenen Räumen steht ein Stuhlsammelsurium, es gibt einen Flügel, in der Küche darf man sich Wein einschenken. Und die Zuhörer neben dem Häppchen-Buffet bekommen die Aufgabe, auf die Katzen zu achten.  

Beethoven-Hauskonzerte: Gastgeberin ist eine von 800

Das Programm musste spontan umgestellt werden. Eine der Musikerinnen ist noch beim Weihnachtsoratorium beschäftigt. Also nicht zuerst die Bagatellen, sondern die Variationen über ein Thema des Grafen von Waldenstein, Beethovens frühester Gönner. Es ist ein sehr schöner Gedanke, dass das gerade jetzt auch an ganz vielen anderen Orten Beethovens Musik gespielt, seiner gedacht wird. Unsere Gastgeberin ist eine von 800 in Deutschland, die an diesem Wochenende ein Konzert bei sich stattfinden ließen.  

Die Hauskonzerte sind der Auftakt zum Beethoven-Jubiläumsjahr anlässlich seines 250. Geburtstags. Der Termin orientiert sich am Datum der Taufe des Musikers am 17. Dezember 1770. Es wird in diesem Jahr Ausstellungen geben, Konzerte,  Inszenierungen von Beethovens einziger Oper „Fidelio“. Seine 6. Symphonie, die „Pastorale“ ist Ausgangspunkt eines Klimaschutzprojekts, ein Computerprogramm wird seine unvollendete 10. Sinfonie zu Ende komponieren.

Note hilft auch aus der Not

Wir singen zum Abschluss einen Kanon: „Doktor, sperrt das Tor dem Tod, Note hilft auch aus der Not.“ Diese Beschwörung der Kraft der Musik hat der Zeit seines Lebens kränkelnde Beethoven zwei Jahre vor seinem Tod einem Brief an seinen Arzt beigelegt. Die Gastgeberin bringt einen Toast aus „Auf Ludwig!“