Nach der Explosion in Beirut: Ein Mann fährt mit einem mit Hausrat beladenen Auto aus der Stadt.
Foto: AFP/Joseph Eid

Auf meinem Smartphone habe ich einen Pop-up-News-Service, „Nachrichten aus aller Welt“. Darüber erfuhr ich am Dienstag, den 4. August, von den Explosionen in Beirut. Sofort suchte ich in den sozialen Medien Nachrichten von meinen Freunden in Beirut, fand nichts, dann am Abend nur der inzwischen hart kritisierte knappe Beitrag im deutschen Fernsehen. Am Mittwoch die entsetzlichen Bilder der internationalen Presse, auf Facebook, in den Nachrichten.

Erst am Abend sollte ich von meinen Bekannten hören, dass sie wohlauf oder nur schwach verletzt waren, ihre Wohnungen jedoch schwer beschädigt. An diesem Mittwoch begannen meine „Ferien, halbtags“ im Berliner Umland. Sie müssen mal Ihren Kopf ruhig kriegen, hatte meine Ärztin gesagt, ich hatte eine schlimme Neuralgie. Also saß ich an einem kleinen Waldsee, das Schilf schilfgrün, das Wasser funkelnd, ein beleibter Herr rief seine Dogge, Shakira, komm, hol das Stöckchen, ich schwamm dreimal um den See. Dann sah ich in die Wolken und dachte an alle, die ich in Beirut kenne, die seit Jahren und Jahrzehnten aufbauen, aufbauen, aufbauen, während andere zerstören, zerstören, zerstören.

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