Bericht: Benjamin von Stuckrad-Barre will wohl Mathias Döpfner in Roman thematisieren

Ein Medienbericht schlägt Wellen. Er behauptet, Stuckrad-Barre plane in seinem neuen Roman, Interna über Springer-Chef Mathias Döpfner zu offenbaren.

Mathias Döpfner beim Global Media Forum zum Thema Shifting Powers im ehemaligen Plenarsaal des Bundestages im World Conference Center Bonn. Bonn, 27.05.2019.
Mathias Döpfner beim Global Media Forum zum Thema Shifting Powers im ehemaligen Plenarsaal des Bundestages im World Conference Center Bonn. Bonn, 27.05.2019.imago

Der Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre und Springer-Chef Mathias Döpfner galten lange Zeit als enge Vertraute. Doch das Tischtuch scheint zerschnitten zu sein. Immer noch sind in der Medienbranche Gerüchte im Umlauf, dass es Stuckrad-Barre war – die F.A.Z. nennt den Schriftsteller gerne einen Ex-Mitarbeiter des Springer-Hauses –, der die entscheidenden Hinweise gab, die den Bild-Chef Julian Reichelt wegen angeblicher Compliance-Verstöße zu Fall brachten. 

Die New York Times thematisierte die Geschichte zum Fall Reichelt als erstes Medium. In dem Bericht wurde auch eine SMS zitiert, die Döpfner an Stuckrad-Barre geschickt haben soll. Der Inhalt: Reichelt sei „halt wirklich der letzte und einzige Journalist in Deutschland, der noch mutig gegen den neuen DDR Obrigkeits-Staat aufbegehrt.“ Döpfner bestätigte später die Echtheit der Nachricht, entschuldigte sich allerdings auch für deren Inhalt und erklärte die ganze Sache zum Missverständnis.

Neuer Roman soll bei Kiepenheuer & Witsch erscheinen

Offenbar ist das Verhältnis zwischen Mathias Döpfner und Benjamin von Stuckrad-Barre seit der Reichel-Affäre nicht besser geworden. In einem aktuellen Bericht des Manager Magazins schreiben die Autoren Christina Kyriasoglou und Martin Noé, dass die gestörte Verbindung noch weitere Folgen haben könnte. Denn: Benjamin von Stuckrad-Barre scheint zu planen, Interna über Döpfner auf fiktionaler Ebene in seinem nächsten Roman zu thematisieren.

In dem Text der Manager-Magazin-Autoren, der Döpfner Karriereziele und Pläne für Springer in Deutschland und den USA vorstellt, heißt es: „Das unberechenbarste Risiko für Döpfners Ansehen indes liegt aktuell wohl zwischen zwei Buchdeckeln. Bei Kiepenheuer & Witsch soll voraussichtlich im Frühling ein Schlüsselroman des langjährigen Döpfner-Buddys Benjamin von Stuckrad-Barre erscheinen. Es heißt, der Autor werde eine Figur des Romans nach dem Vorbild Döpfners gestalten; jedenfalls haben Gesprächspartner von Manager Magazin Rechercheanfragen Stuckrad-Barres zur Person Döpfners erhalten. Der 19. April ist als Erscheinungsdatum vorgesehen, das Interesse offenbar überbordend.“

In der Sendung „Chez Krömer“, in der der Komiker Kurt Krömer den Schriftsteller Stuckrad-Barre vor etwa einem Jahr zu Gast hatte, wollte sich Stuckrad-Barre zu Döpfner und dem Fall Reichelt nicht äußern. Dies könnte sich wohl bald vielleicht ändern. Ein Literaturskandal wäre damit programmiert.

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