Bericht: RBB wird wohl Medienhaus stoppen und 8,8 Millionen Euro verbrennen

Ein Bericht des Portals „Business Insider“ legt nahe, dass der RBB ein umstrittenes Medienhaus nicht mehr will. Der endgültige Baustopp wird aber teuer.

Die Zentrale des RBB in Berlin
Die Zentrale des RBB in BerlinEPD

Das „Digitale Medienhaus“ sollte das Vorzeigeprojekt von Ex-Intendantin Patricia Schlesinger vom RBB werden. Die hohen Kosten und die Frage nach dem Sinn des Baus setzten sie im Sommer unter Druck und waren ein Grund dafür, warum Schlesinger ihren Posten verlor und fristlos gekündigt wurde. Das Bauprojekt ist im Zuge von „Business Insider“-Recherchen im Sommer 2022 über Unregelmäßigkeiten beim RBB, explizit mit Blick auf den Neubau, auf Eis gelegt worden. 

In einem neuen Bericht von „Business Insider“, der am Sonntag veröffentlicht wurde, heißt es nun, dass der RBB intern seitdem analysiert habe, ob sich ein Weiterbau tatsächlich noch lohne. Im RBB selbst sei das Vorhaben besonders umstritten. Nun heißt es auf der Website des Nachrichtenportals: „Wie aus internen Unterlagen, die ‚Business Insider‘ einsehen konnte, hervorgeht, kam die Analyse zu dem eindeutigen Schluss, das Bauvorhaben sofort und unwiderruflich abzubrechen.“ Der Verwaltungsrat wolle bei einer Abstimmung am 1. Dezember 2022 das Projekt begraben. Der RBB habe sich zu den Recherchen nicht äußern wollen.

Das Problem: Die Beendigung des Baus könnte die GEZ-Zahlenden Millionen von Euro kosten. Im Bericht heißt es: „Laut Berechnung des Experten-Teams belaufen sich bei der Beendigung des Projekts die Kosten für die ‚Wegwerfplanung‘ auf 8,8 Millionen Euro. Diese Summe hat der RBB also für das Digitale Medienhaus in den Sand gesetzt. Mögliche Schadensersatzansprüche sind darin aber bereits einkalkuliert.“

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