Berlin - Wummernder Techno, nackte Haut, ein bisschen Exzess am Sonntagnachmittag: Was das Berghain mal ausmachte, als Glutkern des Berliner Nachtlebens, vielleicht des Nachlebens überhaupt, ist im Corona-Jahr nur noch eine vage Erinnerung und im Grunde gestorben – zumindest vorübergehend. In den Hallen des einstigen Heizkraftwerks kann man stattdessen jetzt Hochglanz-Kunst sehen: Kunst von Leuten wie Katharina Grosse, Anne Imhof, Alicia Kwade, Olafur Eliasson. 

Möglich macht das die Studio-Berlin-Ausstellung des Kunstsammlers Christian Boros. Seit September versammelt sie 117 Werke zeitgenössischer Künstler – Skulpturen Gemälde, Gravuren, Fotografie. Wie auch der Boros-Bunker, ein einst zum Sexclub transformierter Nazibunker, den Boros in den 1990er Jahren kaufte und als Kunstinstitution neu etablierte, spielt auch die Berghain-Ausstellung mit der Spannung zwischen der angedeuten, rauschhaften Entgrenzung und der exklusiven Kunsterfahrung. Eine Spannung zwischen dem Dreckig-Porösen und Industriell-Unfertigen der Wände, der punkhaften Antithese zum White Cube – und der teuren, hippen, oft exzellenten Kunst.

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