Berlin - Ob auf dem Hamburger Kiez, in München-Schwabing oder auf Ibiza: Für den ewigen Freibeuter des deutschen Kinos (kein Geld vom Staat, keine professionellen Schauspieler, kein Drehbuch ) ging es immer um Kneipe und Party. Die Piste ist ihm, was die Prärie für John Ford war: Quintessenz des Lebensraums, Landschaft ewigen Kampfes. Bei Lemkes notorisch Unreifen – so jung sind sie ja auch nicht mehr, andere haben in dem Alter schon längst einen Bausparvertrag – ist es ein Kampf um Anerkennung und Beachtung, um Selbstdarstellung und befriedigte Eitelkeit. Oder schlicht um den wirklich geglückten Augenblick.

Nach München-Schwabing und Ibiza hat Lemke nun in Berlin einen seiner Lowest-Budget-Filme gedreht, der Stadt, die ihm immer suspekt war wegen ihrer vom Staat finanzierten Intellektualität und Sprödigkeit. Inzwischen ist in Berlin aber Dauerparty genug, um auch für einen Lemke-Film die Prärie abzugeben. „In Berlin für Helden“ kommen zwei aus der Provinz für ein verlängertes Wochenende in die Stadt, die Eine ist die Mitfahrgelegenheit des Anderen. In Berlin treffen sie bald auf drei, die schon länger hier sind, aber aus gleichem Holz: erlebnishungrig, eigenwillig, egozentrisch und schön.

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