Berlin - Auch am vorerst letzten Wochenende mit Livekultur sitzt Frank Lüdecke im Auto und fährt Hunderte Kilometer zu seinen Auftritten. Politisches Kabarett ist in diesen Wochen gefragt wie lange nicht, sein Programm „Das Falsche muss nicht immer richtig sein“ musste in Stuttgart in ein größeres Haus verlegt werden. Auch sein eigenes Berliner Kabaretthaus wird bis zum Sonntag noch einmal gut besucht sein. 80 bis 90 Plätze (von eigentlich 330) dürfen die Stachelschweine seit August bespielen. Der Start verlief überraschend gut, doch im Oktober blieben nach den Warnungen vor Reisen nach Berlin die Touristen aus.

Über den kulturellen Lockdown ist Lüdecke so empört wie die gesamte Branche – vor allem, weil die Verordnungen überhaupt nicht differenzierten, nicht unterschieden, wie gut die Raumluft und damit die Ansteckungsgefahr in den verschiedenen Orten überhaupt ist: „Was ist mit Shopping Malls, was mit Gottesdiensten?“ Die Stachelschweine haben hier vorbildlich vorgesorgt: Als eines der ersten Berliner Theater hatten sie im Europacenter moderne Filteranlagen installiert, die die Luft nicht nur mechanisch reinigen, sondern mit einem speziellen Ionisierungsverfahren sauber halten. Trotz ihrer knappen Finanzen hatten Caroline und Frank Lüdecke die Bezahlung sogar vorgeschossen, denn die zugesagten Mittel aus dem Programm Neustart Kultur ließen lange auf sich warten. Knapp ein Drittel der 30.000 Euro mussten sie trotzdem beisteuern.

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