Berlin - Am Abend ist es einsam auf der Linienstraße in Mitte. Bei Hausnummer 160 ist das beleuchtete hohe Schaufenster des Weekly-Kunstraumes mit einem dunklen Vorhang verhängt, darauf unzählige helle Rechtecke und Quadrate, unterschiedlich beleuchtet, ein paar Interieurformen preisgebende Fenster auf Hausfassaden. Das ist so anonym wie rätselhaft. Sogar ein wenig beklemmend – freilich nicht so psycho wie im Kultfilm „Fenster zum Hof“, aber auch zur Straße hin nicht gerade beschaulich oder beruhigend. Ein ganzer Häuserzug lässt seine nebeneinander wohnenden und doch voneinander isolierten Bewohner hinter den Fenstern ahnen, stellvertretend für eine ganze Stadt, für Stadtviertel, für Länder, für Kontinente. Social Distancing, Vereinzelung, Isolation, Quarantäne – das ganze Gegenteil von Nähe und Gemeinschaft.

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