Die James-Simon-Galerie des Architekten David Chipperfield.
Foto: Jürgen Henkelmann/Imago

Berlin - Welche Zukünfte werden Museen haben – schon der Titel der Veranstaltung, die in der vergangenen Woche, ausgehend vom Ifa-Institut in Stuttgart, im Internet und im Berliner Naturkundemuseum stattfand, war ein Statement: Es wird nicht die eine Zukunft geben, sondern verschiedene Wege, die Bedeutung der Institution aufrechtzuerhalten. Małgorzata Ludwisiak, bis 2019 Leiterin des Zentrums für Moderne Kunst im Warschauer Schloss Ujazdowski, sprach am Abschlusstag sogar von der Notwendigkeit, dass Museen sich künftig als „Assemblage“ begreifen – als Zusammenfügung unterschiedlicher Charaktere.

Nur dann, so Ludwisiak, könnten sie dem immensen, über Finanzen ausgeübten Druck etwa von populistischen Regierungen widerstehen, die gerade moderne Kunst als volksfern attackieren und damit ihren Machtanspruch begründen – siehe die Angriffe der PiS-Partei auf das Kunstzentrum im Schloss Ujazdowski oder die der ungarischen Regierung Orban auf die Film- und Theaterhochschule in Budapest. Museen sollten deshalb mehr aus den Objekten heraus agieren, sich aber vor allem öffnen für neue Debatten- und Präsentationsformen – und neue Publikumskreise. Das sei, darin waren sich die Vortragenden einig, unbedingt notwendig. Fast wünschte man sich angesichts so mancher Selbstgeißelung, dass man zu wenig in die Digitalisierung, in neue Medien und Archive, generell in die Bildungsarbeit investiert habe, wenigstens eine Stimme zu hören, die selbstbewusst für das Museum als Ort der Realitäts- und Alltagsflucht eintreten würde, als eines Meditationsraums der Gesellschaft.

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