Berlin - Liebe Leser, endlich ist es wieder soweit. Fünf tolle Tage voller interessanter Musik aus dem In- und Ausland stehen uns bevor. Vielleicht sind es aber auch sechs oder sieben Tage, das hängt ganz davon ab, wie man zählt. Egal. Am Mittwoch wird jedenfalls die Berlin Music Week im Kreuzberger Festivalzelt Tempodrommit einem Sinfonic-Pop-Festival unter reger Beteiligung des Deutschen Filmorchesters Babelsberg feierlich eröffnet!

Hier will unter anderem die Berliner Gruppe Budzilluserstmals eine Sinfonic-Version ihrer Musik präsentieren, die sie selber als Mischung aus Polka, Punk, Reggae, Surf und Swing (in alphabetischer Reihenfolge) bezeichnet. Wer sich für Sinfonic-Polka-Punk-Reggae-Surf-Swing begeistert, ist hier also an der richtigen Adresse!

Wer es hingegen etwas weniger maximalistisch mag, kann am Mittwoch zur gleichen Zeit ein paar hundert Meter weiter südlich das exklusive Albumveröffentlichungskonzert der Minimal-Elektro-Sinfoniker Pet Shop Boysbesuchen; im Hau-1-Theater stellen sie ihr neues Album „Elysium“ vor, das im regen Zwiegespräch mit popkritisch tätigen Londoner Taxifahrern entstanden ist, wie sie uns im Interview erzählt haben.

Für dieses Konzert gibt es keine Karten zu kaufen! Leser der Berliner Zeitung können aber 1?x?2 Tickets für den Abend gewinnen. Wählen Sie am Dienstag, den 4. September, um 13 Uhr die Telefonnummer (030) 2327-5619 und beantworten sie folgende Frage: Zu welcher privatwirtschaftlich finanzierten Reihe zählt das Konzert der Pet Shop Boys ?

a) Vital Democracy Music by Gema

b) Electronic Beats by Telekom

c) Handgemachte Rhythmen by Manufactum

Viel Glück!

Die internationale Musikmesse Popkomm, um die herum die Berlin Music Week dereinst ja gestrickt worden war, ist in diesem Jahr endgültig aus dem Programm verschwunden. Allerdings war sie schon vorher dermaßen geschrumpft, dass der Unterschied zwischen „kaum noch da“ und „ganz weg“ wohl nicht zu bemerken sein wird.

Zumal die popkommtypischen Branchengespräche, Podiumsdiskussionen und Netzwerkknüpfungstermine nun pausenlos und überall stattfinden sollen, etwa in einer aus neun Konferenzen bestehenden „Word on Sound“-Superkonferenz im – ansonsten als virtueller Indoor-Golf-Platz genutzten – Berlin-Music-Week-Zentrum an der Stralauer Allee.

Mit besonderer Spannung darf man die Eröffnung am Mittwochmorgen mit einem Keynote-Vortrag der Extrem-Techno-Komponistin Marusha erwarten, in dem diese das Problem der Gentrifizierung der Subkulturen zu erörtern gedenkt; und wer kennt sich damit besser aus als Marusha?

Besonders interessant dürfte auch dieses Jahr wieder das Programm dera2n-Werkstatt werden. In der Noisy Music World in der Warschauer Straße werden am Donnerstag und Freitag ganz praktische Fragen beantwortet, zum Beispiel: Wie lizensiere ich meine Musik für Filme und Fernsehserien? Oder: Wie starte ich eine Crowdfunding-Kampagne?

Wer es eher theoretisch mag, kann am Freitagabend zur SPDgehen: Dann nämlich diskutiert deren Vorsitzender Frank-Walter Steinmeierin einem eigens zu seinen Ehren in „Beutel-Saal“ umbenannten Bereich des Postbahnhofs über „pop meets politics“; anschließend spielen im „Hammer-Saal“ die Gewinner des John-Lennon-Talent-Awards, Shenaniganz.

Jubel! Trubel! Und dann noch Die Heiterkeit, dieses in geschmacklich wagemutigeren Popkritikerkreisen seit Wochen bereits herauf und heruntergelobte Hamburger Frauenterzett, das auf dem von dem in Berlin lebenden österreichischen Männerquintett Ja, Panik betriebenen Label Nein, Gelassenheit – einem Imprint der im kreativen Niemandsland zwischen Wedding und Prenzlauer Berg beheimateten Firma Staatsakt Records – soeben sein erstes Album „Herz aus Gold“ herausgebracht hat. Beim BerlinFestival,das am Freitag und Sonnabend im Flughafen Tempelhof veranstaltet wird, sind Die Heiterkeit erstmals in unserer kleinen Stadt auf einer großen Bühne zu sehen (am Freitag um 15 Uhr).

Außerdem mit dabei: die Gruppe KMPFSPRT, die am Sonnabend um 20.30 Uhr auftritt, mithin knapp vor dem in Sachen Vokale-Weglassungs-Kunst nicht nur für KMPFSPRT stilbildend gewordenen Post-Dubstep-Produzenten SBTRKT, der – alles andere wäre eine Überraschung – auch zu diesem Anlass sicher wieder mit seiner nach eigenen Angaben von traditioneller afrikanischer Stammeskunst inspirierten Post-Dubstep-Produzenten-Maske vor das Publikum treten wird (Sonnabend, 23 Uhr). Von traditionellen chinesischen Pandabären ist hingegen die Maske des baden-württembergischen Rappers CROinspiriert, der am Sonnabend um 15 Uhr sein Debütalbum „Raop“ vorzutragen gedenkt.

Ohne Maske, aber mit den schönsten und epischsten Post-Dubstep-Klängen, die man gegenwärtig zu hören bekommt, tritt wiederum die Londoner Produzentin Cooly Gvor das Publikum – am Donnerstag um 22 Uhr im Festsaal Kreuzberg im Rahmen der auch an ansonsten unbedingt empfehlenswerten ICAS Suite, die von Mittwoch bis Sonnabend in den Clubs rund um das Kottbusser Tor stattfinden wird. Zum Besuch dieser Reihe möchte ich dringend zuraten!

Eher abraten würden wir hingegen vom Besuch des Konzerts von Xavier Naidoo und Kool Savas am Mittwoch. Falls Sie trotzdem hingehen möchten: vergessen Sie es, diese Veranstaltung ist eh nicht öffentlich. Da kommen Sie nur rein, wenn Sie die 1 x 2 Tickets gewinnen, die wir unter den Lesern der Berliner Zeitung verlosen:

Wählen Sie am Dienstag, dem 4. September, um 13.05 Uhr die Nummer (030) 2327-5619 und beantworten Sie diese Frage: Wie heißt das Duoprojekt von Xavier Naidoo und Kool Savas?

a) Hamas

b) Humus

c) Xavas

Viel Glück! Und bis nächstes Jahr.

Noch mehr spannende Artikel und Interviews lesen Sie in unserem Dossier zur Music Week: berliner-zeitung.de/musicweek