Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian bei der Closing Ceremony  auf der Berlinale 2020.  
Foto: Future Image

BerlinDie Internationalen Filmfestspiele Berlin sollen physisch stattfinden. Das teilte das Leitungs-Duo Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian am Montag mit. „Festivals und Märkte sind Orte der Begegnung und der Kommunikation. Das gilt für das Publikum ebenso wie für die Branche. In einer lebendigen Beziehung zum Publikum sehen wir ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal von Festivals. In Zeiten der Corona-Pandemie ist noch deutlicher geworden, wie sehr wir auch analoge Erlebnisräume in der Kultur benötigen”, sagt das Leitungs-Duo der Berlinale, Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian.  „Wir freuen uns, dass weltweit langsam wieder Festivals mit einem Publikum vor Ort stattfinden und wünschen unseren Kolleg*innen viel Erfolg.”

Für den European Film Market (EFM) ist ein hybrides Modell vorgesehen. Anpassungen in der Festivalstruktur, der Filmprogrammierung sowie der Gesamtzahl der eingeladenen Filme werden von der Festivalleitung in den kommenden Wochen definiert. Bereits beschlossen ist, dass die Sektion Generation in den Wettbewerben Generation Kplus und Generation 14plus 2021 ausschließlich Langfilme mit einer Spielzeit von mindestens 60 Minuten und keine Kurzfilme zeigen wird. Die offizielle Filmanmeldung startet am 1. September 220. 

2021: Schauspielpreise genderneutral / Neu: Preis der Jury

Bei der Berlinale  2021 werden erstmals die Schauspielpreise genderneutral definiert. Statt der Auszeichnungen für den Besten Darsteller und die Beste Darstellerin werden künftig genderneutral ein „Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle“ und ein „Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle“ vergeben. „Die Auszeichnungen im Schauspielfach nicht mehr nach Geschlechtern zu trennen, ist ein Signal für ein gendergerechteres Bewusstsein in der Filmbranche”, kommentiert das Leitungsduo. Eine weitere Neuerung ist der „Silberne Bär Preis der Jury“. 

Der  "Alfred-Bauer-Preis", der 2020 aufgrund neuer Erkenntnisse zur Position des ersten Berlinale-Leiters, Alfred Bauer, im Nationalsozialismus ausgesetzt worden war, wird in Zukunft nicht mehr vergeben. Die Auswertung der fachwissenschaftlichen historischen Untersuchung  durch Historiker am Münchner Institut für Zeitgeschichte zu Alfred Bauer wird im Spätsommer vorliegen und dann veröffentlicht.