Die Kleinstadt hockt im Tal, eine Ansammlung von Mehrfamilienhäusern, in der Mitte eine Fußgängerzone, rundum bewaldete Hügel, wenig Licht. Ein deutscher Ort, irgendwo in den alten Bundesländern, eher südlich als nördlich. Die Regisseurin Asli Özge entwirft mit ihrem Film „Auf einmal“  sehr stringent das Genrebild einer deutschen Lebenswelt, die hinter ihrer Aufgeräumtheit jede Menge antisoziales Verhalten verbirgt.

Da stirbt eine junge Frau nach einer Party in der Wohnung des mitteljungen Bankers Karsten (Sebastian Hülk). Dessen Freundin  (Julia Jentsch) war auf Dienstreise, der Rest der Clique schon gegangen, und dieser Mann,  scheint es anfangs, hat nur einen Fehler gemacht: Zu spät den Krankenwagen gerufen. Warum weiß er nicht, zumindest behauptet er das gegenüber der Polizei. Die Tote hat blaue Flecken, ganz bekleidet war sie offenbar auch nicht. Ein „Tatort“ könnte so beginnen, aber  etwa in der Mitte des Films stellt sich heraus, dass die junge Frau an Asthma litt und die Wechselwirkung zwischen  Medikamenten und viel Alkohol tödlich für sie war. Krimihandlung beendet.

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