Am 15. Februar beginnt die 68. Berlinale. 19 Filme konkurrieren dann zehn Tage lang um die begehrten Bärenpreise, darunter vier deutsche. Zu den prominenten Gästen auf dem Roten Teppich gehören Tilda Swinton, Isabelle Huppert, Robert Pattinson und Joaquin Phoenix. Fans und Autogrammjäger aufgepasst - hier sind die Termine der Stars im Überblick:

Cécile de France

Cécile de France ist Mitglied der sechsköpfigen Jury um den deutschen Regisseur und diesjährigen Berlinale-Präsidenten Tim Tykwer, entscheidet also mit darüber, wer sich in diesem Jahr über den Goldenen Bären freuen darf. Die gebürtige Belgierin studierte Schauspiel in Paris und Lyon und ist seit 2000 regelmäßig in französischen wie internationalen Produktionen zu sehen - zum Beispiel als bezaubernde lesbische Erasmus-Studentin in „L'Auberge Espagnole“. Bereits zweimal erhielt de France den französischen Filmpreis César, außerdem war sie 2011 für den Europäischen Filmpreis nominiert und wurde 2003 bei der Berlinale als European Shooting Star ausgezeichnet. Begegnen kann man ihr auf dem Weg zur Eröffnungsgala (15.2., 19.30 Uhr) im Berlinale Palast.

Bill Murray

Der Charakterdarsteller („Lost in Translation“) spricht eine der Synchronstimmen im Eröffnungsfilm, der Animation "Isle of Dogs" von Wes Anderson (15.2., 19.30 Uhr, Berlinale Palast). Wer ihn verpasst, hat im Mai eine neue Chance: Dann tritt Murray bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen auf. In „New Worlds“ bieten sich der Hollywood-Star und der Cellist Jan Vogler einen spannenden Schlagabtausch zwischen großer Musik und großer Literatur von Hemingway über Whitman bis Twain.

Tilda Swinton

Die Schauspielerin spricht eine der Synchronstimmen im Eröffnungsfilm, der Animation "Isle of Dogs" von Wes Anderson (15.2., 19.30 Uhr, Berlinale Palast). Bei der Berlinale ist sie bereits Stammgast: Auch 2017, 2016 (als Cast-Mitglied von George Clooneys Hollywood-Satire "Hail, Caesar!") und 2015 schritt sie schon über den Roten Teppich am Potsdamer Platz, allein drei Mal war sie Mitglied der Jury, einmal sogar Präsidentin. "Ich betrachte mich wirklich als ein Baby der Berlinale", sagte Swinton der Berliner Morgenpost in einem Interview. "Als ich 1986 mit Derek Jarman hier her kam, um 'Caravaggio' zu zeigen, hatte ich erste Kontakte zu anderen Filmemachern wie Christoph Schlingensief und Cynthia Beatt, mit denen ich dann auch die nächsten Filme gemacht habe. Das Festival hat also wirklich meine Karriere gestartet. Das ist für mich, als wäre ich hier als Filmschaffende geboren. Und ich komme immer wieder, weil ich hier so viele Freunde gewonnen habe."

Greta Gerwig

Auch sie spricht eine der Synchronstimmen im Eröffnungsfilm, der Animation "Isle of Dogs" von Wes Anderson (15.2., 19.30 Uhr, Berlinale Palast). Bei der Berlinale begann ihre Karriere: 2013 lief hier ihr Debüt "Frances Ha", 2016 die Komödie "Maggi's Plan" mit Ethan Hawke. Die diesjährige Berlinale ist der letzte große Termin für Gerwig vor dem womöglich wichtigsten in ihrer Karriere: Am 4. März werden in Los Angeles die Oscars verliehen, und Gerwig ist mit ihrem selbst geschriebenen Regie-Debüt "Lady Bird" in den drei Königskategorien (Drehbuch, Regie und Bester Film) nominiert.

Robert Pattinson

Es ist sein vierter Besuch in Folge: "Twilight"-Star Robert Pattinson kommt wieder zur Berlinale, und auch wenn sich seine Fans wohl nur wenig für seine mäßig erfolgreichen Filme nach der Vampir-Saga interessieren, dürfte der US-Schauspieler wieder für Kreischalarm am Roten Teppich sorgen. In seinem neuen Film "Damsel" (Wettbewerb) spielt Pattinson die Rolle von Samuel Alabaster, einem Pionier, der die amerikanische Grenze überquert, um seine große Liebe (Mia Wasikowska) zu heiraten. Am Freitag (16.2.) um 19 Uhr feiert der Western Premiere im Berlinale Palast.

Gael Garcia Bernal

2007 war er Mitglied der Berlinale-Jury, nun ist sein neuester Film im Wettbewerb zu sehen: In "Museo" (22.2., 18.30 Uhr, Berlinale Palast) spielt der Mexikaner einen Studenten, der mit einem Freund ins Nationalmuseum für Anthropologie in Mexiko-Stadt einbricht und Heiligtümer der Maya, Mixteken und Zapoteken stehlen will. Ein Roadmovie zwischen den eindrucksvollen Maya-Ruinen von Palenque und dem mondänen Badeort Acapulco, das auf einer wahren Begebenheit im Jahr 1985 basiert.

Isabelle Huppert

Sie gehört zu den großen Diven des französischen Kinos: In dem bourgeoisen Künstlerdrama "Eva" (Wettbewerb) spielt Isabelle Huppert den enigmatischen Vamp. Über 50 Jahre nach Joseph Losey hat Benoit Jacquot den Roman des britischen Schriftstellers James Hadley Chase erneut verfilmt und ihn als Konversationsstück über die moralischen Abgründe in der Welt der Reichen und Schönen inszeniert. Huppert schreitet am Sonnabend (17.2.) um 22 Uhr über den Roten Teppich.

Ed Sheeran

Ed Sheeran hautnah, im verschwitzten T-Shirt nach einem Auftritt, fernab der tobenden Fans, fernab der Bühne. "Songwriter", das persönliche Porträt des britischen Musikers, gedreht von seinem Cousin Murray Cummings, begleitet den bescheidenen Star in seinem kreativen Prozess und zeigt, wie aus dem Nichts ein Lied entstehen kann, das Millionen begeistert. Ob der Hauptdarsteller dieser Doku, die in der Reihe "Berlinale Special" läuft (23.2., 21.30 Uhr, Friedrichstadt-Palast), auch zur Premiere kommt, ist noch ungewiss. Dafür spricht, dass er so gerne in der deutschen Hauptstadt ist: Der Auftritt im Berliner Olympiastadion in diesem Juli sei besonders für ihn, sagte Sheeran der Deutschen Presse-Agentur. „Immer, wenn ich in Berlin bin, fahre ich daran vorbei und bin sehr aufgeregt, dort aufzutreten.” Die deutschen Fans seien wahrscheinlich die treuesten der Welt. „Sie sind echte Musikliebhaber: Sie hören zu an den Stellen, an denen sie zuhören sollen, und sie kreischen dann, wenn sie es sollen.”

Willem Dafoe

Der Goldene Ehrenbär geht in diesem Jahr an den US-Schauspieler Willem Dafoe („The Hunter“) für sein Lebenswerk. 2007 war er Mitglied der Berlinale-Jury. "Willem Dafoe hat in mehr als 100 Produktionen mitgewirkt und sie mit seinem ausdrucksstarken Spiel und seiner beeindruckenden Präsenz bereichert", teilte die Berlinale mit. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen "Leben und Sterben in L.A", "Der englische Patient" und "The Hunter", der anlässlich der Verleihung des Ehrenbären am 20. Februar auf der Berlinale gezeigt wird. Für seine aktuelle Rolle im Spielfilm "The Florida Project" ist Dafoe 2018 als bester Nebendarsteller für den Oscar nominiert.

Bryan Cranston

Der "Breaking Bad" Star spricht eine der Synchronstimmen im Eröffnungsfilm, der Animation "Isle of Dogs" von Wes Anderson (15.2., 19.30 Uhr, Berlinale Palast). Wer die Kult-Serie mag, die ihn berühmt machte, sollte am letzten Festival-Freitag (23.2., 20 Uhr) die Audi Berlinale Lounge besuchen: Das Berlinale-Open-House-Programm nimmt das zehnjährige Jubiläum von "Breaking Bad" zum Anlass für einen Themenabend und wirft den Blu-ray-Player an. Solmaz Azizi, Programm-Managerin der Berlinale Series, führt in den Abend mit Walter White ein. 

Claire Foy

Die Hauptdarstellerin aus der großartigen Netflix-Serie "The Crown" über das Leben der Queen spielt die Hauptrolle in Steven Soderberghs Thriller "Unsane", der außer Konkurrenz im Wettbewerb läuft (21.2., 22 Uhr, Berlinale Palast): Eine junge Frau verlässt ihre Heimatstadt, um ihrer belastenden Vergangenheit zu entfliehen, und beginnt einen neuen Job. Als sie unfreiwillig in einer psychiatrischen Einrichtung festgehalten wird, wird sie mit ihrer größten Angst konfrontiert – aber ist der Auslöser real oder Einbildung? Der Film stellt Fragen zu unserer Sichtweise der Realität, unserem Überlebensinstinkt und dem System, das uns eigentlich schützen sollte.

Colin Firth

Colin Firth spielt Reggie Turner im Biopic "The Happy Prince": Im Zentrum der Filmbiografie von Rupert Everett, verantwortlich für Drehbuch, Regie und Hauptrolle, stehen die letzten Jahre des Schriftstellers Oscar Wilde. Rückblenden und assoziative Traumbilder zeigen ihn als den exzentrischen Lebemann, der er zeitlebens war, und das Porträt öffnet sich zu einem Panorama der beginnenden Moderne. Der Film feiert am 17. Februar um 21 Uhr Premiere im Friedrichstadt-Palast.

Joaquin Phoenix

Gus Van Sants biografisches Drama "Don't worry, he won't get far on foot" (Premiere am 20.2. um 19 Uhr im Berlinale Palast) basiert auf den Memoiren des Cartoonisten John Callahan. Das fiktive Porträt mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle erzählt von einem Leben mit Einschränkungen: Nach einer Sauftour erwacht Callahan am nächsten Morgen querschnittgelähmt im Krankenhaus. Mit 21 Jahren auf den Rollstuhl angewiesen, braucht er all seinen Humor, um wieder Sinn in seinem Leben zu finden - und nutzt sein künstlerisches Talent, um seine neuen Erfahrungen in Cartoons zu verwandeln.

Daniel Brühl

Wer es gruselig mag, sollte sich den neuen Netflix-Hit "The Cloverfield Paradox" anschauen: In dem Sci-Fi-Film spielt Daniel Brühl einen Wissenschaftler, der im All nach der Lösung für eine Energiekrise auf der Erde sucht. Bei der Berlinale ist er in "7 Tage in Entebbe" (19.2., 22 Uhr im Berlinale Palast) zu sehen: Am 27. Juni 1976 entführten vier Kidnapper ein Flugzeug der Gesellschaft Air France auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris - zwei Mitglieder der PFLP (Volksfront zur Befreiung Palästinas) und zwei Deutsche, Mitglieder der linksextremistischen Revolutionären Zellen. Rekonstruiert wird das Geschehen, vor allem die Ereignisse nach der Landung des Flugzeugs auf dem Flughafen in Entebbe, wo die Entführer vom ugandischen Diktator Idi Amin unterstützt wurden. 

Sandra Hüller und Peter Simonischek

Das Traumpaar aus der preisgekrönten Tragikomödie "Toni Erdmann" ist auf der Berlinale zu Gast, allerdings diesmal in verschiedenen Filmen: Sandra Hüller ist die Hauptdarstellerin im deutschen Wettbewerbsbeitrag "In den Gängen" (23.2., 18.30 Uhr, Berlinale Palast). Thomas Stubers Film gibt Einblicke Lebenswelt eines einfachen Angestellten eines Großmarktes in der ostdeutschen Provinz. Peter Simonischek spielt in "The Interpreter" (23.2.,3 20 Uhr, International) den Alkoholiker-Sohn eines SS-Offiziers, der mit dem Hinterbliebenen der Opfer seines Vaters durch die Slowakei reist. Martin Šulík inszeniert in der Reihe Berlinale Special ein zwischen Komik und Tragik changierendes Roadmovie über zwei alte Männer, die schwer an den ungelösten Konflikten in ihrer Biografie tragen und versuchen, sich von der drückenden Last zu befreien.

Patricia Clarkson

Im vergangenen Jahr war sie eine der Hauptdarstellerinnen in Sally Potters Wettbewerbsbeitrag "The Party" - nun ist Clarkson in der Reihe Berlinale Special zu sehen: In "Der Buchladen der Florence Green" von Isabel Coixet geht es um die gleichnamige Buchhändlerin in den Fünfzigern, eine Verfilmung von Penelope Fitzgerald’s Buch aus dem Jahr 1978. Der Film feiert am Freitag (16.2.) um 21 Uhr Premiere im Friedrichstadt-Palast.