Der nächste Chef – oder die nächste Chefin – der Berliner Filmfestspiele wird von einer Findungskommission gesucht, in der neben Abgesandten  des Berlinale-Aufsichtsrates auch „externer Sachverstand“ vertreten sein soll, wie die Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion in Berlin erklärte. Damit ging sie auf eine Forderung von 80 deutschen Filmschaffenden ein, die sich vor gut einer Woche in einem öffentlichen Brief für eine Neuausrichtung des Festivals  ausgesprochen und dabei  ein offenes Verfahren angemahnt hatten. 

„Falsch ist das Gerücht, gesucht würde eine deutsche Frau“, sagte Grütters am Montagabend bei der Diskussionsrunde von Filmschaffenden. „Richtig ist: Es gibt keinerlei Vorfestlegung auf eine weibliche oder deutsche Nachfolge.“

Ebenso falsch sei das Gerücht, „wonach der Name Dieter Kosslick für eine Schlüsselposition nach 2019 gesetzt ist. Richtig ist: Es gibt keinerlei Vorfestlegung auf bestimmte Personen, in welcher künftigen Führungsstruktur auch immer“, sagte Grütters.

In einer Petition hatten rund 80 Regisseure, darunter Fatih Akin, Volker Schlöndorff und Maren Ade, eine Neuausrichtung der Berlinale gefordert - und indirekt auch Kritik am derzeitigen Berlinale-Chef Kosslick geübt, dessen Vertrag 2019 ausläuft. Grütters ist für die Besetzung des Berlinale-Chefpostens zuständig. Dem am Dienstag tagenden Berlinale-Aufsichtsrat werde sie vorschlagen, auch Experten aus der Filmbranche beratend hinzuzuziehen, erklärte sie.

Entscheidung wird im kommenden Jahr getroffen

Die Experten sollen den Aufsichtsratsmitgliedern Vorschläge für eine künftige Struktur und die damit verbundenen Personalentscheidungen unterbreiten. Eine Entscheidung über die Nachfolge werde dann im kommenden Jahr getroffen. Sie selbst führe seit Monaten „Gespräche mit einschlägigen Persönlichkeiten - übrigens auch international“.

Die Regisseure hatten in ihrer Erklärung ein transparentes Verfahren zur Neubesetzung der Berlinale-Leitung gefordert. Ziel müsse es sein, „eine herausragende kuratorische Persönlichkeit zu finden, die für das Kino brennt, weltweit bestens vernetzt und in der Lage ist, das Festival auf Augenhöhe mit Cannes und Venedig in die Zukunft zu führen.“ (BLZ/dpa)