Berlin - Die Frau wird von niemandem bei ihrem Namen gerufen. Sie lebt in einem Jagdhaus in einer Schlucht, umschlossen von Hochgebirge. Ihre einzige Gesellschaft sind ein Hund, eine trächtige Kuh, ein paar Katzen. Sie baut Gemüse an und geht auf die Jagd. Um nicht verrückt zu werden schreibt sie. Einen Bericht in einer Prosa, in der kein Wort zu viel ist. Nüchtern, klarsichtig, einer großen Trauer abgerungen. Die Frau in Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ ist die einzige Überlebende einer Katastrophe. Eingeschlossen in ein winziges Universum, das von einer gläsernen Wand begrenzt wird. Sie kann hindurchsehen – alles Leben jenseits der Wand ist tot, in der Bewegung erstarrt wie die Toten von Pompeji.

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