Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian gedachten zum Auftakt der Berlinale der Opfer des Anschlags in Hanau.
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BerlinZum Auftakt der Berlinale hat das Festival der Opfer des mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlags von Hanau gedacht. Die Gäste der Eröffnungsgala im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz erhoben sich für eine Schweigeminute von ihren Plätzen. „Die Ereignisse in Hanau gestern haben uns alle wirklich sehr betroffen gemacht“, sagte die neue Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek am Donnerstagabend.

Die Berlinale stehe für Toleranz, Respekt, Offenheit, Gastfreundschaft und wende sich „wirklich gegen Gewalt, gegen Rassismus“. „Wir sind in unseren Gedanken bei den Opfern, bei den Familien in Hanau“, sagte Rissenbeek.

Der neue Moderator Samuel Finzi hatte sich zuvor mit ernsten Worten an das Publikum gewendet: „Es ist egal, wie viele Gestalten wieder rückwärts marschieren (...), egal wie viele Schüsse fallen oder wie viele verwirrte Einzeltäter unsere offene Gesellschaft terrorisieren, bis die Politik endlich einsieht, dass wir vielleicht doch ein Problem haben mit Rechts.“

Applaus brandete auf und Finzi fügte hinzu: „Egal wie vergiftet das Klima auch sein mag. Wir werden das nie als Normalität hinnehmen.“ Finzi versicherte, dass alle bei der Berlinale willkommen seien. „Denn diese Stadt bleibt offen.“

Ein Deutscher hatte bei einem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag in Hanau am Mittwochabend neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Anschließend soll der 43-jährige Sportschütze seine 72 Jahre alte Mutter und sich selbst getötet haben. (dpa)