Es gibt ein Bild im Intendantenbüro des Berliner Friedrichstadt-Palasts, das passt nicht zu den riesigen Hochglanzfotos vom Haus und den Plakaten für die Shows „Qi“, „Yma“ oder „The Wyld“. Eigentlich ist es auch gar kein Bild, sondern eine vergilbte Serviette hinter Glas, aus der jemand ein Viertel herausgerissen hat. Darauf hat der Architekt Hans Poelzig mit Bleistift seine ersten Ideen für den Umbau des Großen Schauspielhauses gezeichnet, das legendäre Revuetheater schräg gegenüber vom heutigen Palast, das nach dem Zweiten Weltkrieg den Namen Friedrichstadt-Palast erhielt.

Berndt Schmidt, der Intendant des Hauses, weiß, wann die Zeichnung entstanden ist. „Poelzig und Max Reinhardt saßen 1918 in einem Kaffeehaus, der Krieg war noch nicht zu Ende“, erzählt er. Schmidt hat dieses Dokument der Hoffnung, des Glaubens an eine bessere Zukunft vor ein paar Jahren aus Poelzigs Nachlass ersteigert. Er weiß auch, dass sich das fehlende Viertel der Serviette im Nachlass von Max Reinhardt befindet. Reinhardt leitete später das Haus, nach ihm kam Erik Charell.

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