Berlin - Minutenlang starre ich auf diesen Berg, auf dieses gordische Knäuel aus Körperteilen, das nicht zu entwirren, nicht zu zerschlagen ist. „Muse“, so lautet der Bildtitel und so heißt auch die Ausstellung bei Eigen+Art, in der wegen des Lockdowns derzeit fast gespenstisch kunstpublikumsarmen Auguststraße in Mitte. Der Tittel wirkt wie eine Ironie des Schicksals: „Sans Souci“ – „Ohne Sorge“.

Kristina Schuldt, Malerin in Leipzig, geboren 1982 in Moskau und bis 2009 Meisterschülerin von Neo Rauch an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, führt uns in ihrer Spätherbst-Ausstellung nun einen eigenwilligen Exkurs über figürliche Malerei vor. Es ist eine Suche quer durch die Kunstgeschichte: Köpfe, Arme, Beine, alles in geschlechtsloser Formung von Maschinenmenschen wie einst bei Fernand Léger und Oskar Schlemmer, die – wohl weiblichen – Körperteile, aufgeblasen zu gummipuppenhaften Pop-Art-Werken, zugleich satt, rund und dicklich, wie in der überzeichneten Figurenwelt eines Fernando Botero.

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