Schutzmasken werden derzeit von medizinischem Personal dringend gebraucht.
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BerlinBerlins Museen haben wegen Corona dichtgemacht. Auch die vielen Bilderdoktoren, die Stein-, Holz-, Metall- und Papier-Restauratoren und Archäologen des Preußischen Kulturbesitzes, können in ihren Werkstätten nicht mehr Hand anlegen. All jene Kunstschätze, die eine Reparatur, Auffrischung oder Konservierung nötig haben, müssen wegen der Kontaktsperre noch unbestimmte Zeit warten.

„Aber“, so diese Frauen und Männer aus den Pflege-Stationen und Operationssälen der Weltkunst, „wir können ganz schnell etwas anderes tun.“ Und so helfen sie jetzt umstandslos den sorgengeplagten Medizinern. Die Bilderdoktoren der Staatlichen Museen zu Berlin versorgen dieser Tage etliche Ambulanzen, Krankenschwestern und Pfleger der Stadt, denen die Schutzmittel ausgegangen sind, mit lebenswichtigen Dingen. Denn auch in den Werkstätten der Restauratoren werden Schutzanzüge, Handschuhe und Masken angelegt, um einerseits die Kunstwerke zu schonen und andererseits die dort Arbeitenden vor Steinstaub und Lösungsmitteln zu schützen.

Damit überrascht die oft so schwerfällige Preußenstiftung mit Spontanität: Das Ethnologische Museum packte seine umfänglichen Vorräte an weißen Overalls, Atemmasken und dünnen Latexhandschuhen in Kartons und auf bereitgestellte Transporter. Diesem Beispiel folgen die Restauratoren-Werkstätten der Museumsinsel und des Kulturforums. Preußenstiftungs-Präsident Hermann Parzinger übereignet die Materialspende zügig der Stiftung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zur Verteilung an Berliner Arztpraxen. Dort wird aufgeatmet, denn Schließungen können abgewendet und der Patientenbetrieb gesichert werden, bis die obligatorischen Nachlieferungen kommen. So wird Kunst auf ungewohnte Weise lebenswichtig. Solidarität kennt eben viele Wege.