Die Bratschistin Tabea Zimmermann. In Berlin ist sie jetzt öfter zu hören.
Foto: Rui Camilo/EvS Musikstiftung/dpa

Berlin - Die Bratschistin Tabea Zimmermann braucht man nach 30 Jahren als unangefochten wichtigste Solistin ihres Instruments nicht mehr zu preisen. Erst recht nicht nach ihrer Auszeichnung mit dem Ernst-von-Siemens-Preis, einem der bedeutendsten Musik-Preise. Man erwartet Qualität und bekommt sie. Routiniert wirkt nach all den Jahren nichts bei der Bratscherin, die 1992 bei den Berliner Philharmonikern debütierte und in dieser Saison als „Artist in Residence“ des Orchesters amtiert. Das ist die Überraschung, die sie stets bereithält: dass sich nichts geändert hat an der Frische und Vitalität, mit der sie auftritt und musiziert.

Am Donnerstag spielte Tabea Zimmermann mit den Philharmonikern Paul Hindemiths Viola-Konzert „Der Schwanendreher“, und nicht mit dem ersten Ton begann ihr Vortrag, sondern mit einer weit ausholenden Geste des Bogenarms: Das ist ein tiefes Atemholen, aus dem die Energie zu resultieren scheint, die die Solistin über die halbe Stunde dieses Stückes trägt. Tragen im wörtlichen Sinn. Wie auf Wogen und Wellen bewegt sich die Bratscherin durch dieses musikantische Konzert, dem Außenstehenden in beglückender Weise offen lassend, wo nun die Energiequelle liegt: bei ihr selbst, bei Hindemith oder irgendwo sonst.

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