Dass ein Dirigent nach nur drei Auftritten von einem Orchester zum Chefdirigenten gewählt wird, ist erstaunlich, erst recht, wenn das letzte Konzert mit ihm vor der Wahl schon über zwei Jahre her war. Und da die Wahl Kirill Petrenkos zum Nachfolger Simon Rattles bei den Berliner Philharmoniker selbst schon wieder zwei Jahre her ist, fragt sich das Publikum, wie sich der ehemalige Generalmusikdirektor der Komischen Oper unterdes entwickelt hat. Am Mittwoch stand Petrenko zum vierten Mal vor den Philharmonikern. Es wurde ein Konzert, wie man es selbst bei diesem Orchester selten erlebt.

Die Begeisterung bereits nach Mozarts einleitender „Haffner“-Symphonie feierte eine Interpretation von spektakulärer Genauigkeit und Lebendigkeit. Allein schon Mozart auf das Programm zu setzen, zeugt von erheblicher Risikobereitschaft. Oft heißt es, dass unsere Symphonieorchester aus der Perspektive des romantischen Kernrepertoires kein Verständnis mehr haben für die rhetorischen Aspekte dieser Tonsprache, dass klanglich ohnehin alles verzerrt ist durch die modernen Instrumente. In der Regel wird die Musik mit verkleinerter Besetzung, ohne vibrato und so vorsichtig gespielt, dass das körperliche Engagement hinter einem forte nicht mehr transportiert wird.

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