Berlin - Am vergangenen Wochenende haben wir den Bezirksmuseen im Norden und Osten Berlins einen Besuch abgestattet. Diese Woche geht es in den Südwesten der Stadt. Das Museum Treptow-Köpenick hat gleich vier Standorte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. An die Köpenicker Blutwoche wird in der Gedenkstätte in der Puchanstraße erinnert. Im Juni 1933 eskalierte die Gewalt gegen Sozialdemokraten, Kommunisten, Gewerkschafter und Juden.

Mehrere Hundert SA-Männer verschleppten und folterten fast 500 Menschen, mindestens 24 starben. Die Ausstellung in der Gedenkstätte zur Köpenicker Blutwoche ordnet die Ereignisse ein, auch und gerade das Versagen von Polizei, Justiz und Zivilgesellschaft wird beleuchtet.
Im Rathaus Köpenick widmet sich eine Dauerausstellung der wohl bekanntesten Person Köpenicks, dem Hauptmann von Köpenick, der mit seinem spektakulären Coup zu einem Medienstar seiner Zeit wurde. 

Schwerpunkt der Schau im Museum Treptow dann ist die 250-jährige Geschichte des Ortsteils. Von der frühen Besiedlung des Bezirks bis zur Geschichte der vielen Ausflugsgaststätten werden diverse stadtgeschichtliche Themen behandelt.

„Der alte Brauch wird nicht gebrochen, hier können Familien Kaffee kochen“ – ein Emaille-Schild weist zum Beispiel auf die Berliner Tradition des Kaffeekochens in den Ausflugslokalen im Grünen hin.

Zehn herausragende Schauplätze in Wilmersdorf-Charlottenburg 

Im Museum Neukölln erinnern 99 Objekte an Geschichte und Gegenwart des Bezirks. Ein alter Dienstbotenruf beispielsweise erinnert an die vielen jungen Frauen und Mädchen, die Ende des 19. Jahrhunderts in bürgerlichen Haushalten oder bei Händlern in Neukölln gearbeitet haben. 

So ein Dienstbotenruf hing in jeder Küche eines bürgerlichen Haushalts. Eine Sonderausstellung zeigt außerdem, welche Bedeutung und Geschichte das Handwerk in Neukölln hatte.

Die „schönen Schwestern“ West-Berlins – Charlottenburg und Wilmersdorf – sind auch als City-West bekannt und gelten als zweites Stadtzentrum neben der historischen Mitte Berlins. 

„Westen“ heißt die Schau in der Villa Oppenheim. Im Fokus der Dauerausstellung steht der 2001 vereinigte Bezirk. „Orte der Moderne“ präsentiert die aktuelle Ausstellung, es geht um das „Neue Bauen“ in Wilmersdorf-Charlottenburg“. 

Anlass für die Schau ist natürlich die Bauhaus-Gründung vor hundert Jahren. Zehn herausragende architektonische Schauplätze im Bezirk werden vorgestellt.

Und die Architekten der Bauten natürlich: Walter Gropius, Erich Mendelsohn und Hans Scharoun haben mit ihren Bauten das Stadtbild von Charlottenburg und Wilmersdorf geprägt.

Museen in der Zitadelle Spandau 

Während es in der Dauerausstellung im Museum Tempelhof um die Geschichte der ehemaligen Angerdörfer Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade geht, zeigt eine aktuelle Ausstellung Glanzstücke aus dem bezirklichen Kunstdepot.

Das Museum Schöneberg in der Hauptstraße bietet neben Wechselausstellungen auch Spaziergänge an. Am Sonntag geht es um 14 Uhr über die Schöneberger Insel. Stationen sind die alte Bahnstrecke, das Geburtshaus von Marlene Dietrich und das Wahrzeichen der Insel, das riesige Gasometer.

Ganz im Westen befindet sich die Zitadelle Spandau. Einige Museen haben ihren Standort in der alten Festung. Im ehemaligen Proviantmagazin erfährt der Besucher zum Beispiel einiges über „Berlin und seine Baudenkmäler“.