Berlin - Die Leuchttürme des Berliner Kulturlebens befinden sich im Umbruch, und das ist in diesem Fall keine Folge der Pandemie, sondern eine des fortschreitenden Lebensalters des Personals. Vor zwei Jahren lief Dieter Kosslick ein letztes Mal über den Roten Teppich vor dem Filmpalast am Potsdamer Platz, in diesen Tagen reüssiert er mit einem Buch über seine Erinnerungen an die stolzen 18 Jahre seiner Zeit als Berlinale-Chef. Ohne groß Aufhebens davon zu machen, hat Udo Kittelmann nach zwölf Jahren das Amt des Direktors der Nationalgalerie geräumt. Dass er noch nicht reif für die Rente war, hat unlängst die Nachricht bewiesen, der zufolge er fortan als künstlerischer Leiter des Frieder Burda Museums in Baden-Baden tätig sein wird.

Stolze 17 Amtsjahre wird auch Bernd Scherer auf dem Buckel haben, wenn er am 31. 12. 2022 die Leitung des ambitionierten Berliner Projekt- und Veranstaltungshauses Haus der Kulturen der Welt (HKW) abgibt. Seit 2006 hat der 1955 im hessischen Scheuern geborene Scherer als Intendant des Hauses in der ehemaligen West-Berliner Kongresshalle versucht, den Erscheinungsformen der Weltkulturen ein Gesicht zu geben und dabei zugleich die sie begleitenden Diskurse über Postkolonialismus, Ökologie und Interdisziplinarität abzubilden. Die ästhetische Dimension der Kulturvermittlung war Scheerer dabei stets ein wichtiges Anliegen.

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