„Die sieben  Todsünden“ malte Otto Dix, scharfer Beobachter der Weimarer Republik, 1933,  dem Jahr der Machtergreifung Hitlers. Und die Deutschen ließen den Sündenfall zu. 
Foto: Kunsthalle Karlsruhe/ VG BIldkunst Bonn 2020

Berlin - Was ist heute eine Sünde? Bislang galt in unserer Wohlstandsgesellschaft, die auf 75 Jahre Frieden zurückblickt, wohl nur ein Verstoß gegen die soziale Verkehrsordnung als solche. Insofern Schuld, Gewissensbisse und Herzdrücker damit verbunden waren, war die Sache ein Fall für Therapien – und in jedem Fall verhandelbar. Wir Menschen der Spätmoderne nahmen Tschernobyl, die Ölpest im Golf von Mexiko, den Tsunami, Fukushima, Ebola-Ausbrüche und Dürre in Afrika zur Kenntnis – als Folgen sündhaften Verhaltens deuteten wir solche Ereignisse nur ungern. Die Klimaveränderungen und Umweltschäden setzten uns zwar zu, wissenschaftliche Erkenntnisse schlugen wir aber in den Wind. Das Mahnen ging, wie paradox, von der Jugend aus. Wir dagegen machten weiter: mehr, mehr, mehr.

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