Beyoncé in einer Szene aus „Black Is King“.
Foto: Disney Plus via AP

BerlinBeim Einsatz für die „Black Lives Matter“-Bewegung ist die amerikanische Künstlerin Beyoncé Knowles-Carter in ästhetisch-politischer Hinsicht die anspruchsvollste. Zum 19. Juni, dem sogenannten Juneteenth, brachte sie ihre neue Single „Black Parade“ heraus. Juneteenth bezeichnet den Tag der Erinnerung an die Befreiung der afroamerikanischen Bevölkerung aus der Sklaverei am 19. Juni 1865. Außerdem gab Beyoncé unlängst bekannt, die Initiative „BeyGOOD - Black-Owned Small Business Impact Fund“ ins Leben gerufen zu haben, um kleine Unternehmen, die von schwarzen Menschen geführt werden, zu unterstützen.

In eigener Sache ist Queen Bey, die 1981 in Houston, Texas geboren wurde und ihre große Pop-Karriere zunächst über die R&B- Girlgroup Destiny’s Child aufnahm, ebenfalls nicht untätig gewesen. An diesem Freitag erscheint auf dem Sender Disney+ ihr visuelles Album „Black Is King“, zu dem schon die Genrebezeichnung andeutet, dass es sich hier keineswegs nur um Musik zum Film handelt, sondern eher um Beyoncé-Kunst mit filmischen Mitteln.

„Black Is King“ knüpft an einen 2019 erschienenen Animationsfilm nach „Der König der Löwen“ an, zu dem Beyoncé auch das Album „The Lion King: The Gift“ veröffentlichte. Inzwischen sind groß inszenierte Bewegtbilder daraus geworden, in „Black Is King“ werden laut einer Selbstauskunft die Lektionen aus „Der König der Löwen“ für „all jene jungen Könige und Königinnen“ neuinterpretiert, die sich „auf der Suche nach ihrer eigenen Krone befinden“. Eine Entwicklungsgeschichte als filmisches Märchen.

Offizieller Trailer von „Black Is King“.

Video: YouTube

Beyoncé verfolgt eine emanzipatorische Mission zur Selbstertüchtigung. Zunächst erscheint sie als Stream auf Disney+, später soll sie in weiten Teilen der afrikanischen Welt frei zu empfangen sein. Mitstreiter sind bei dem Projekt als Sprecher u.a. Pharrell Williams, ihr Ehemann Shawn „Jay-Z“ Carter und Naomi Campbell. Mit Disney, so heißt es, habe Beyoncé einen Vertrag über drei Projekte abgeschlossen. Für sie eine Gelegenheit zu ihrem Herzensanliegen, einen musikalisch-visuellen Gegenmythos zur Dominanz kolonialistischer Sichtweisen auf die schwarze Kultur zu entwerfen.