Potsdam - Das Museum Barberini macht in seiner neuen Ausstellung eine Zeitreise zur abstrakten Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg - in den USA und in Westeuropa. In fast 100 Werken von 52 Künstlerinnen und Künstlern widmet sich die Schau „Die Form der Freiheit“ ab Samstag (4. Juni) in Potsdam dem Dialog der beiden wichtigsten Strömungen - dem Abstrakten Expressionismus in den USA und der informellen Malerei in Westeuropa von Mitte der 1940er Jahre bis zum Ende des Kalten Krieges. Sie ist in Potsdam bis zum 25. September zu sehen und dann abgewandelt in Wien und Oslo.

„Das ist das Neue dieser Ausstellung, dass der Bogen so weit gespannt wird“, sagte Direktorin Ortrud Westheider am Donnerstag bei der Vorstellung der Schau. „Es war die Antwort, die Reaktion auf die Zerstörung, auf Auschwitz, auf Nagasaki, auf den Krieg.“ Es ist nach Angaben des Museums die erste Ausstellung, die beide Strömungen aus der Nachkriegszeit von den unterschiedlichen Seiten des Atlantiks zusammenbringt. „Wir stellen sie als Schwesterbewegungen dar, die von Anfang an aufs Engste verknüpft waren“, sagte Kurator Daniel Zamani, der die Ausstellung konzipiert hat. Abstrakter Expressionismus in den USA und Informel in Europa galten als eigenständige Entwicklungen.

Unter den Künstlerinnen und Künstlern sind bekannte Namen wie Jackson Pollock, seine Ehefrau Lee Krasner und Norman Bluhm aus den USA sowie Karl Otto (K. O.) Götz und Fritz Winter aus Deutschland. Gleich das erste Bild von der in Polen geborenen amerikanischen Künstlerin Janice Biala bringt die Betrachter mitten in den expressiven Umgang mit Form und Farbe hinein: das Bild „Ohne Titel (Stillleben mit drei Gläsern)“ von 1962. Biala, die zwischen Paris und New York pendelte, war von ihren Erfahrungen als jüdische Immigrantin geprägt. Pollock ist mit drei Arbeiten zu sehen, darunter der „Verzauberte Wald“ von 1947. Er wurde bekannt mit der Technik des „Action Painting“, bei der er die Farbe direkt auf das Bild tropfte oder schüttete.

Zu den Leihgebern gehören unter anderen das Museum Frieder Burda (Baden-Baden), das Museo Nacional Thyssen-Bornemisza (Madrid), Tate (London), The Metropolitan Museum of Art (New York), Centre Pompidou (Paris), National Gallery of Art (Washington) und Albertina (Wien).

Die Ausstellung soll vom 16. Oktober 2022 bis 22. Januar 2023 in der Albertina Modern in Wien gezeigt werden. Direktorin Angela Stief kündigte an, der Fokus werde auch regional auf Wien und Österreich liegen. Vom 22. Februar bis zum 4. Juni 2023 soll die Schau im neuen Munchmuseet in Oslo zu sehen sein.