Es war fast schon putzig, wie bemüht einige Agenturen am Montag waren, die Bedeutung des Mega-Deals der Musikindustrie zu unterstreichen, demzufolge der Literaturnobelpreisträger Bob Dylan die Rechte sämtlicher seiner Songs an den amerikanischen Musikverlag Universal Music Publishing Group veräußert habe. Die Magie der großen Zahl ging dabei in zwei Richtungen: Mindestens 300 Millionen Dollar sollen geflossen sein für über 600 Songs, die Bob Dylan im Verlauf seiner Karriere geschrieben und zum großen Teil auch selbst aufgenommen hat. Bob Dylan hat sich selbst einmal eher verwundert darüber gezeigt: „Keine Ahnung, wer all die vielen Dylan-Songs geschrieben hat.“

Wenn der Name Dylan ins Spiel kommt, geht es natürlich um mehr als nur den Verkauf von Rechten an Stücken wie „Blowin‘ In The Wind“, „Knockin‘ On Heavens Door“ und „Like a Rolling Stone“. Hier geht das Lebenswerk eines Songschreibers über den Tresen, der es wie kein anderer Musiker verstanden hat, die Früchte seiner Produktivität auch verlegerisch zu verwalten. Seit den frühen 60er-Jahren war Dylan nicht bloß ein Teil der amerikanischen Musikindustrie, er hat sie auch verändert und vielen Musikern ein Beispiel gegeben, wie ein einzelner Künstler die Kontrolle über sein Werk behalten kann.

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